Von Wasserstrahl getroffen Arbeiter bei Fracking-Unfall in Colorado getötet

Auf einer Fracking-Anlage im US-Bundesstaat Colorado ist es zu einem tödlichen Unfall gekommen. Mindestens ein Arbeiter starb, als eine Hochdruckleitung platzte. Zwei weitere wurden schwer verletzt.

Fracking-Anlage zur Ölförderung (in North Dakota): 310 bar Wasserdruck
REUTERS

Fracking-Anlage zur Ölförderung (in North Dakota): 310 bar Wasserdruck


Denver - Bei einem Fracking-Unfall im US-Bundesstaat Colorado sind mindestens ein Mensch getötet und zwei weitere schwer verletzt worden. Die Arbeiter des US-Konzerns Halliburton hatten versucht, eine über Nacht gefrorene Hochdruckleitung aufzutauen, berichtete die Lokalzeitung "Greeley Tribune". Als die Leitung platzte, schoss ein starker Wasserstrahl hervor, der einen der Männer traf und tötete.

Zu dem Vorfall kam es nahe der Stadt Mead nördlich von Denver. Der Zeitung zufolge führte die Leitung Frischwasser, keine mit Chemikalien versetzte Fracking-Flüssigkeit. Ein Polizeisprecher sagte, der Wasserstrahl habe den Arbeiter mit einem Druck von bis zu 310 bar getroffen. Zum Vergleich: Moderne Wasserwerfer spritzen mit maximal 16 bar.

Beim Fracking-Verfahren wird Gestein mit hohem hydraulischen Druck aufgebrochen, um Gas und Öl aus Gesteinsschichten mit geringer Durchlässigkeit zu gewinnen. Vor allem die USA setzen auf Fracking - auch, um unabhängiger von Erdöl- und Erdgaslieferungen aus dem Ausland zu werden. Die Methode gilt als gefährlich und ist deshalb umstritten.

2012 wurden dem Arbeitsministerium zufolge in den USA 138 Angestellte der Gas- und Öl-Industrie am Arbeitsplatz getötet. Seit 2007 soll das Verfahren nach Angaben der Umweltorganisation Natural Resources Defense Council in 40 Fällen Trinkwasser verunreinigt haben. Wissenschaftler haben in Texas zudem einen Zusammenhang zwischen Fracking und einer höheren Zahl an Erdbeben bewiesen.

rls/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
penie 14.11.2014
1. Warum sollte das interessant sein?
Es passieren täglich tödliche Arbeitsunfälle. Allein in Deutschland ca. 500 jährlich. Warum sollte also ein solcher Unfall in Colorado (!) durch die internationale Presse gehen?
marcw 14.11.2014
2.
Warum wird ausgerechnet über diesen Vorfall berichtet, über unzählige andere Arbeitsunfälle mit tödlichem Ausgang aber nicht? Doch nur, um mit einer Negativmeldung über Fracking die Leser zu konditionieren. Durchsichtiger könnte Propaganda nicht sein. Schreibt doch gerne einen ausführlichen, möglichst objektiven Bericht über Fracking. Dieses "ein Toter, übrigens Fracking ist schlecht"-Geschreibsel instrumentalisiert nur den Toten.
aerylon 14.11.2014
3. Hochdruckleitungen...
... kommen fast überall zum Einsatz, wo Industrie tätig ist und sind ab und zu undicht. Dass dabei auch Menschen verunglücken, ist bedauerlich jedoch keine Neuheit und passiert jeden Tag mehrmals auf diesem Planeten. Ich frage mich, wo nun der Sensationsgehalt dieses Artikels zu finden sein soll...
mathias_roeder 14.11.2014
4. Und in China...
.. ist einer vom Baugerüst gefallen und neben einem Sack Reis aufgeschlagen. Experten vermuten, dass eine nur 700 km entfernte Fracking- Bohrung die Erschütterung am Baugerüst ausgelöst haben könnte.
Boesor 14.11.2014
5.
Wenn man sich die tendenziös verkürzten " Informationen" zum Fracking allgemein anschaut ist die Zielrichtung des Artikels klar. Es geht nicht um den Unfall, es geht darum das negative Bild des Frackings zu bedienen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.