Schwere Sturmschäden Unwetter verwüstet Ort in Rheinland-Pfalz

Von Westen her sind schwere Gewitter über Deutschland hinweggezogen. Besonders heftig traf es den kleinen Ort Framersheim in Rheinland-Pfalz.

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Ein Unwetter hat im rheinland-pfälzischen Framersheim eine Schneise der Verwüstung gezogen. Ein Sturm riss die Dächer zahlreicher Gebäude halb oder ganz weg. Der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz, sagte, etwa 60 bis 100 Häuser seien betroffen. Oberbürgermeister Ulrich Armbrüster schätzte den Gesamtschaden auf acht bis zehn Millionen Euro, mehrere Menschen seien leicht verletzt worden.

Augenzeugen berichteten von einem Tornado, der durch den 1600-Einwohner-Ort gezogen sei. Die Polizei sprach von einer Windhose, die sich gegen 18.12 Uhr durch Framersheim und Gau-Odernheim in Richtung Hillesheim bewegte. Dabei stürzten auch Bäume um, Fahrzeuge wurden beschädigt. An einer Kreisstraße entwurzelte der Sturm einem Polizeisprecher zufolge alle Bäume. "Als wenn jemand mit einer großen Säge durchgegangen wäre", sagte der Sprecher.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) wollte zunächst nicht bestätigen, dass es sich um einen Tornado handelte. Die Bedingungen für Tornados seien am Dienstag ziemlich schlecht gewesen. "Das deutet für uns eher auf eine Fallböe hin, auf eine ziemlich starke Gewitterböe", sagte ein DWD-Sprecher.

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Sturm in Rheinland-Pfalz: Verwüstung in Framersheim

Jetzt kommt ein Temperatursturz

Auch in anderen Teilen Deutschlands gab es heftige Gewitter. Auf dem Berliner Flughafen Schönefeld wurde um 21.34 Uhr für mehr als eine halbe Stunde die Abfertigung eingestellt, wie ein Sprecher bestätigte.

Die Deutsche Bahn verzeichnete nur kleinere Störfälle. Auf Nebenstrecken seien vereinzelt Bäume und Äste in Oberleitungen gefallen und hätten zu Verspätungen geführt, sagte ein Sprecher. In Hessen habe es zwischen Kassel, Fulda und Bebra mehrere Zwischenfälle gegeben. Gewitter am Sonntagabend hatten zu Ausfällen und noch bis Dienstag zu Verzögerungen gesorgt.

In Baden-Württemberg wurde die Autobahn 5 bei Heidelberg wegen umgestürzter Bäume zeitweise gesperrt. In Niedersachsen kam es im Raum Göttingen zu Verkehrsbehinderungen. Auf der A7 in Südniedersachsen ereigneten sich mehrere Unfälle.

Die Folge der Gewitter ist ein Temperatursturz um teils mehr als zehn Grad. Das Thermometer soll am Mittwoch nur noch auf durchschnittlich 20 Grad steigen. Nur vereinzelt sind bis zu 25 Grad drin. Am Donnerstag wird es sogar noch ein Stückchen kühler: 16 Grad an der See, 20 Grad im Ruhrgebiet, 23 Grad in Frankfurt am Main und München.

Die Gewitter fallen im Laufe der Woche laut Vorhersage längst nicht mehr so stark aus und beschränken sich auf den Nordwesten und den Alpenrand. Bei Tiefstwerten zwischen 13 und 6 Grad ist von Tropennächten keine Spur mehr.

Vorbei ist der Sommer aber noch nicht: "Pünktlich zum Wochenende geht es aber auch schon wieder aufwärts", sagte eine DWD-Expertin. Sonne, blauer Himmel, Temperaturen bis 27 Grad seien möglich. "Nach einer kurzen Abkühlung und Zeit zum Durchlüften und Durchatmen kehrt der Sommer also wieder zurück."

syd/dpa



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