»Ich möchte dem Beispiel von Boris Palmer folgen« Frankfurter Oberbürgermeister Feldmann lehnt Rücktritt ab

Wegen Vorteilsannahme ist Frankfurts OB Peter Feldmann angeklagt. Zuletzt lösten seine Auftritte im Rahmen des Europapokaltriumphs der Eintracht Empörung aus. Sein Amt will er aber nicht aufgeben.
Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann im Römer

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann im Römer

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Boris Roessler / dpa

Der in die Kritik geratene Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat einen Rücktritt abgelehnt. Das teilte Feldmann bei einem Pressestatement mit. Er respektiere die Rücktrittsforderung seiner eigenen Partei, »auch wenn ich mich gefreut hätte, vorher informiert zu werden«, wie er sagte.

Statt eines Rücktritts kündigte Feldmann bei dem Statement an, bis zum Ende der Sommerpause auf repräsentative Termine zu verzichten. Zudem bot er der SPD an, seine Mitgliedschaft ruhen zu lassen; »ich möchte dem Beispiel von Boris Palmer folgen«, sagte Feldmann. Das müsse jedoch gemeinsam mit der Partei entschieden werden.

Im März hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft Anklage wegen Vorteilsannahme im Zusammenhang mit der sogenannten Awo-Affäre  gegen Feldmann erhoben. Unter anderem soll Feldmanns Frau als Leiterin einer Awo-Kita »ohne sachlichen Grund« ein übertarifliches Gehalt bezogen haben, wie es hieß.

»Mein Wohlwollen ist nicht käuflich, ich bin nicht korrupt«, sagte Feldmann nun.

Peter Feldmann bei dem Statement im Römer

Peter Feldmann bei dem Statement im Römer

Foto: Boris Roessler / dpa

Zudem war Feldmann nach dem Triumph von Eintracht Frankfurt in der Europa League kritisiert worden, weil er bei der Pokalfeier der Eintracht im Römer dem Mannschaftskapitän Sebastian Rode den Pokal aus der Hand genommen hatte, um damit in Richtung Kaisersaal vorwegzuschreiten.

Empörung nach Video aus Flugzeug

Danach wurde ein Video publik, in dem sich Feldmann sexistisch über die Flugbegleiterinnen des Flugs zum Europa-League-Finale nach Sevilla äußert. Nach den Grünen, CDU, FDP und der Volt-Partei in der Mainmetropole forderte daraufhin auch die eigene Partei Feldmann zum Rücktritt auf. Und selbst Eintracht Frankfurt distanzierte sich vom Oberbürgermeister.

Feldmann entschuldigte sich für die Fehltritte, als Eintracht-Fan seien ihm »die Gäule durchgegangen, ich wollte den Pokal unbedingt anfassen«, sagte er. Auch sei er selbst erschrocken gewesen, als er das Video aus dem Flieger gesehen habe. »Das kommt nicht wieder vor«, sagte Feldmann.

hba
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