Frankfurt Weltkriegsbombe im Main gesprengt - 30 Meter hohe Wasserfontäne

Spektakuläre Sprengung: Mitten in der Frankfurter Innenstadt ist eine im Main gefundene Weltkriegsbombe unschädlich gemacht worden. Hunderte Menschen mussten aus Sicherheitsgründen ihre Wohnungen verlassen.


Teile der Frankfurter Innenstadt sind am Morgen evakuiert worden, um einen im Main gefundenen Weltkriegsblindgänger unschädlich zu machen. Die 250 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe war am Dienstag bei einem Übungstauchen der Feuerwehr entdeckt worden.

Nun wurde der Blindgänger gesprengt: Nach einer lauten Detonation entstand eine 30 Meter hohe Wasserfontäne, wie die Polizei mitteilte. Taucher prüften anschließend, ob der US-Blindgänger tatsächlich unschädlich gemacht worden war. "Es wurde bestätigt, dass die Bombe keine Gefahr mehr darstellt", sagte ein Polizeisprecher.

Etwa 600 Menschen waren von acht Uhr an aufgefordert worden, aus Sicherheitsgründen ihre Wohnungen zu verlassen. Betroffen waren Teile der Altstadt mit dem Frankfurter Dom, aber auch das gegenüberliegende Mainufer.

Ursprünglich sollte lediglich der Zünder des Blindgängers abgesprengt werden. Wie der Polizeisprecher sagte, hatten die Fachleute aber einkalkuliert, dass womöglich auch die gesamte Bombe explodieren könnte.

Zuvor waren Straßen- und Schifffahrtsverkehr sowie der öffentliche Nahverkehr teilweise gesperrt oder umgeleitet worden. Die Entschärfung im Herzen Frankfurts hatte weitreichende Auswirkungen auf das öffentliche Leben. So fielen beispielsweise die Gottesdienste im Kaiserdom der Stadt aus. Auch das Historische Museum sowie das Junge Museum blieben geschlossen.

Polizisten stehen morgens vor dem Eisernen Steg an einer Absperrung am Mainufer.
Frank Rumpenhorst/ DPA

Polizisten stehen morgens vor dem Eisernen Steg an einer Absperrung am Mainufer.

Um die Sprengung vorzubereiten, wurde eine spezielle Tauchergruppe des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz um Hilfe gebeten. Die Entscheidung zur Sprengung war am Sonntagmorgen gefallen. Danach bewegten die Taucher den Sprengkörper weit in die Fahrrinne des Mains - also in eine Tiefe von 5,50 bis 6 Metern.

Anschließend wurden die Sprengladung an der 250 Kilogramm schweren amerikanischen Fliegerbomben angebracht und kleinere Sprengkörper unter Wasser gezündet, um Fische zu vertreiben. Dennoch trieben nach Sprengung einige Tiere leblos im Main, wie die Polizei mitteilte. Schaulustige sahen die Sprengung von einer der benachbarten Brücken aus.

Immer wieder wurden in den vergangenen Jahren und Monaten - meist bei Bauarbeiten - Blindgänger entdeckt. Im September 2017 wurde nach dem Fund einer tonnenschweren Bombe nahe dem Frankfurter Uni-Campus die bisher größte Evakuierung der Nachkriegszeit in Deutschland angeordnet - mehr als 60 000 Menschen waren betroffen.

wit/dpa



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