Frankfurt am Main Drei Polizisten nach Gewaltvideos suspendiert

Ein neues Video zeigt den brutalen Polizeieinsatz im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen genauer als das erste. Nun müssen drei Beamten ihren Dienst vorerst ruhen lassen.
Dreieichstrasse in Frankfurt: Drei Beamte suspendiert

Dreieichstrasse in Frankfurt: Drei Beamte suspendiert

Foto: via www.imago-images.de / imago images/rheinmainfoto

In Frankfurt am Main sind nach einem brutalen Polizeieinsatz gegen einen 29-Jährigen drei Beamte vom Dienst suspendiert worden. Wie die Frankfurter Polizei mitteilte , wurde gegen die Beamten ein "Verbot des Führens der Dienstgeschäfte ausgesprochen". Gegen alle drei Polizisten seien Disziplinarverfahren eingeleitet worden.

Bereits am Montag hatte die Polizei mitgeteilt, dass gegen einen Beamten wegen Körperverletzung im Amt ermittelt werde. Der Polizist sei intern versetzt worden, "um zunächst mal keinen Bürgerkontakt mehr zu haben, damit sich so etwas nicht wiederholen kann", sagte der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill.

Nach dem Einsatz in der Nacht zum Sonntag waren im Internet zwei Videos aufgetaucht, die zeigen, wie Polizisten auf den am Boden liegenden beziehungsweise schon in einem Polizeiauto sitzenden Mann eintreten.

Zweites Video begründet Vorwürfe gegen weitere Beamte

Demnach hatten Polizisten am Sonntagmorgen zunächst einer alkoholisierten Gruppe im Kneipenviertel Sachsenhausen in Frankfurt einen Platzverweis erteilt. Dabei sei ein 29 Jahre alter Mann "zu Boden gebracht" und sein Widerstand gebrochen worden, hieß es. Er soll den Polizisten zuvor "zum Teil ins Gesicht gespuckt" und sich der Festnahme widersetzt haben.

Das erste Video des Vorfalls zeigte, wie Polizisten auf eine am Boden liegende Person eintraten und -schlugen. Die Polizei teilte mit, es soll "zu unzulässiger Gewaltanwendung seitens der Polizeibeamten gegen den am Boden liegenden Tatverdächtigen gekommen sein". Es habe sich ein Einsatzleiter eingeschaltet, einen Polizeibeamten zur Seite genommen und den Vorfall später intern gemeldet.

Am Mittwoch teilte die Polizei dann mit, ein zweites Video des Vorfalls zu prüfen. Dieses zeige den Vorfall in einer längeren Sequenz und aus einem anderen Blickwinkel, sagte Bereswill. Nach einer ersten Auswertung seien die Disziplinarverfahren gegen die beiden weiteren Beamten eingeleitet worden, hieß es in der Mitteilung. Dieses Video sei von besserer Qualität, die Handlungen seien darauf klarer und deutlicher als auf dem ersten Video zu erkennen.

kko/fek/AFP
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