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29. Dezember 2006, 13:14 Uhr

Frankreich

19-Jährige steckte vier Tage lang im Aufzug fest

Der Alptraum vieler wurde für eine 19-jährige Französin zur bitteren Realität: Vier Tage lang war die junge Frau mit einem Aufzug im Wohnhaus ihrer Eltern in einer Pariser Vorstadt stecken geblieben. Ihre Familie hatte fieberhaft nach der verschwundenen Tochter gesucht.

Bobigny - Safiatou Diallo hatte am 19. Dezember in Saint-Denis die elterliche Wohnung nur rasch zum Brotkaufen verlassen, als der Aufzug zwischen zwei Etagen stehen blieb. Nach vier Tagen in der kalten Kabine ohne Essen und Trinken sei sie "sehr müde und stark ausgetrocknet" gewesen, erklärte die Polizei. Safiatou beteuerte, sie habe den Alarmknopf gedrückt. Die Sozialbau-Wohnungsbaugesellschaft bestritt dies.

Sie habe sich die Zeit mit Nachdenken und Schlafen vertrieben und auch mit ihren Schuhen gespielt, berichtete Safiatou. Ihr Vater, der sie tagelang mit seinem ältesten Sohn überall gesucht hatte, stellte Strafanzeige gegen die Wohnungsbaugesellschaft wegen unterlassener Hilfsleistung.

Er hatte nach eigenen Angaben die Aufzug-Panne sofort bemerkt und dem Hausmeister gesagt, seine Tochter könnte darin feststecken. Dies habe der Mann verneint. Erst nach vier Tagen holten Aufzugtechniker die junge Frau aus der Kabine, in der sie nur wenige Meter von ihrer in Sorge aufgelösten Familie entfernt ausgeharrt hatte. Die Polizei lud Hausmeister, Aufzugtechniker und Verantwortliche der Wohnungsbaugesellschaft vor.

jjc/AFP

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