Verirrter, »sehr abgemagerter« Wal Beluga in der Seine will nicht fressen

Am Dienstag ist ein Belugawal in der Seine entdeckt worden, jetzt ist klar: Ihm geht es schlecht. Der Wal verweigert die Nahrung. Bereits im Mai war ein Orca in dem französischen Fluss verendet.
Verirrt und untergewichtig in Frankreich: Dieser Belugawal wurde in der Seine entdeckt

Verirrt und untergewichtig in Frankreich: Dieser Belugawal wurde in der Seine entdeckt

Foto: JEAN-FRANCOIS MONIER / AFP

Ein in der Seine in Frankreich schwimmender und völlig abgemagerter Belugawal verweigert die Nahrung. Wie die Behörden am Samstag mitteilten, hält er sich in der Normandie in einer Schleuse auf, 70 Kilometer von der Hauptstadt Paris entfernt. Der Wal stehe weiter unter Beobachtung. Die Schleuse Notre-Dame de la Garenne ist etwa 200 Meter lang und darf bis auf Weiteres nicht mehr befahren werden.

Das Tier war am Dienstag erstmals in der Seine gesichtet worden – normalerweise leben Belugawale in arktischen Gewässern vor den Küsten Russlands, Alaskas und Kanadas. Sie können bis zu sechs Meter lang und tausend Kilogramm schwer werden. Die französischen Behörden hatten den Gesundheitszustand des gesichteten Wals als besorgniserregend beschrieben, er sei »abgemagert« und leide offenbar unter »Hautveränderungen«.

Tierschützer hatten am Freitag die Hoffnung geäußert, dass der Wal in der Schleuse fressen werde. Die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd bedauerte, dass »die Fütterungsversuche im Fluss den Beluga bislang nicht interessiert haben«.

Wenn der Wal in der Schleuse keine Nahrung zu sich nehme, werde es kompliziert, sagte die Vorsitzende Lamya Essemlali der Nachrichtenagentur AFP. »Die auf Belugas spezialisierten Tierärzte sagen uns, dass wir schnell handeln müssen, da das Tier sehr abgemagert ist und es sehr schwierig sein wird, es aus dem Wasser zu holen und zu versorgen.«

Es ist nach Angaben von Experten das dritte Mal, dass sich ein Belugawal nach Frankreich verirrt. Beim ersten Mal hatte ein Fischer im Jahr 1948 in der Loire-Mündung einen Wal in seine Netze gezogen. Im Frühjahr 2022 war ein geschwächter Wal in die Seine geschwommen und war Ende Mai gestorben.

tgk/afp
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