Frankreich Familienvater erschießt wahllos vier Menschen

Ein maskierter Mann hat im Stadtzentrum von Tours mit einem Gewehr in die Menge gefeuert. Bei dem Blutbad starben vier Menschen, acht weitere wurden verletzt. Der 44-jährige Amokläufer wurde später von der Polizei gestellt.


Ein 44-jährige Mann wurde nach der Schießerei mit der Polizei festgenommen
AFP

Ein 44-jährige Mann wurde nach der Schießerei mit der Polizei festgenommen

Tours - Der bislang unbescholtene Mann habe möglicherweise familiäre Probleme gehabt, erklärte die Präfektur später. Offenbar sei er im letzten Jahr von seiner Frau verlassen worden. Premierminister Lionel Jospin erklärte, der gelernte Zugführer habe vermutlich in einem "Anflug von Wahnsinn" gehandelt.

Der zusätzlich mit mehreren Granaten und einem Messer bewaffnete Amokläufer hatte am Vormittag gegen zehn Uhr Panik in der 140.000 Einwohner zählenden Stadt im Herzen des Loire-Tals ausgelöst. Ein Augenzeuge berichtete, der Täter habe immer wieder nachgeladen und auf offener Straße um sich gefeuert.

In der Nähe des Rathauses habe er innegehalten und die Leute beobachtet. "Dann hat er sein Gewehr nachgeladen und wieder begonnen, auf Autos und Passanten zu schießen." Seine Tat wurde teilweise von den Überwachungskameras am Rathaus aufgezeichnet. Den Behörden zufolge starben drei Menschen in der Nähe der Hauptpost, ein vierter am Bahnhof. Zwei Polizisten und ein Gendarm, die den Amokläufer überwältigen wollten, wurden verletzt.

Bei seiner Festnahme drohte der Mann, Autos in die Luft zu sprengen. Lange herrschte Ungewissheit, ob der Täter allein handelte. Ein 30-köpfiges Sondereinsatzkommando der Gendarmerie durchkämmte das Parkhaus nach möglichen Komplizen.

Der Täter wurde am Bein und im Brustbereich verletzt
AFP

Der Täter wurde am Bein und im Brustbereich verletzt

Der Täter erlitt bei der nachfolgenden Schießerei Verletzungen am Bein und im Brustbereich und wurde schließlich an einem Parkhaus auf dem Bahnhofsvorplatz festgenommen. Weder er noch einer der anderen Verletzten schwebe in Lebensgefahr, erklärte die Präfektur. Zwei Menschen wurden psychologisch behandelt, darunter die Frau eines erschossenen Mannes.



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