»Extreme und unentschuldbare Gewalt« Polizeieinsatz gegen illegalen Rave in der Bretagne eskaliert dramatisch

Etwa 1500 Menschen haben sich in der Bretagne zu einer illegalen Party versammelt. Als die Polizei eingriff, eskalierte die Gewalt. Ein 22-Jähriger verlor dabei seine Hand. Auch mehrere Beamte wurden verletzt.
Gewaltausbruch nach illegalem Rave: Die Polizei setzte Tränengas ein, Partygäste warfen Molotowcocktails

Gewaltausbruch nach illegalem Rave: Die Polizei setzte Tränengas ein, Partygäste warfen Molotowcocktails

Foto: AP

In Frankreich gelten nach wie vor strenge Coronaregeln. Dennoch haben sich am Freitag Hunderte Menschen in der Bretagne versammelt, um einen illegalen Rave zu veranstalten. Als die Polizei eingriff, um die Party aufzulösen, eskalierte die Gewalt.

Bei dem Einsatz mit mehr als 400 Beamten auf einer Pferderennbahn nahe Redon seien fünf Polizisten verletzt worden, teilten die örtlichen Behörden am Samstag mit. Außerdem habe ein 22-jähriger Partygänger eine Hand verloren. Die Behörden hatten die Veranstaltung im Vorfeld untersagt. In Frankreich gilt eine coronabedingte Ausgangssperre ab 23.00 Uhr, die ab Sonntag aufgehoben werden soll.

Der Präfekt des Départements Ille-et-Vilaine, Emmanuel Berthier, berichtete von »sehr gewaltsamen Zusammenstößen« zwischen den Ravern und der Polizei. Die Beamten wurden Behördenangaben zufolge mit Molotowcocktails, Boule-Kugeln und »Teilen von Hohlblocksteinen« beworfen. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Behörden sprechen von extremer Gewalt

Die lokalen Behörden schätzen, dass etwa 1500 Menschen an der illegalen Veranstaltung teilnahmen. Die Raveparty fand demnach im Gedenken an einen jungen Mann statt, der vor zwei Jahren während eines Polizeieinsatzes auf einem Musikfestival in Nantes in die Loire stürzte und starb.

Polizeiwagen Nahe Redon in der Bretagne: Etwa 400 Beamte waren im Einsatz

Polizeiwagen Nahe Redon in der Bretagne: Etwa 400 Beamte waren im Einsatz

Foto: Loic Venance / AFP

Berthier warf den Teilnehmern »extreme« und »unentschuldbare« Gewalt vor. Die Polizei habe mehr als sieben Stunden gebraucht, um die Menge zu zerstreuen. Am Samstagmorgen hatte sich die Situation Berthier zufolge wieder beruhigt. Die Staatsanwaltschaft habe Untersuchungen eingeleitet.

Untersucht werden soll auch, wie der 22-Jährige seine Hand verloren hat. Der regionale Gendarmeriechef Pierre Sauvegrain sagte dem Radiosender France-Info, dass der Mann vermutlich einen Gegenstand aufgehoben habe, der anschließend explodiert sei. Nähere Angaben machte Sauvegrain dazu allerdings nicht.

Bereits an Silvester war ebenfalls in der Präfektur Ille-et-Vilaine eine illegale Party aus dem Ruder gelaufen. Damals hatten rund 2500 Menschen gefeiert und damit gegen die Coronaregeln verstoßen. Als die Polizei eingriff, kam es zu gewaltsamen Angriffen auf die Beamten. Mehrere Menschen wurden im Zusammenhang mit dem Silvesterrave festgenommen.

asc/dpa/AFP/AP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.