Hitzerekord Mehr als 45 Grad - Alarmstufe "rot" in Teilen Frankreichs

Ausnahmezustand in Frankreich: Im Süden des Landes haben die Temperaturen einen historischen Rekordwert erreicht. Im benachbarten Spanien sind zwei Menschen an einem Hitzschlag gestorben.

Dominique Faget/ AFP

Mit der Hitzewelle ist in Frankreich der Temperaturrekord gebrochen worden. Am Nachmittag seien in mehreren Orten im Süden des Landes als 45 Grad gemessen worden, teilte der französische Wetterdienst mit. Dazu zählte der Ort Gallargues-le-Montueux mit 45,8 Grad. Die Gemeinde liegt im Département Gard - ebenso wie der Ort Villevieille (45,1 Grad). Es ist eines der vier Départements, in denen der Wetterdienst wegen der Hitze Alarmstufe "rot" ausgerufen hatte.

Bereits am frühen Nachmittag seien in der Kleinstadt Carpentras 44,3 Grad gemessen worden, sagte ein Sprecher des französischen Wetterdienstes. Der vorherige Rekord lag bei 44,1 Grad und stammt aus dem August 2003, gemessen in den beiden Orten Saint-Christol-lès-Alès und Conqueyrac.

Die 30.000-Einwohner-Stadt Carpentras liegt im Département Vaucluse. "Schon seit halb zwölf ist niemand mehr auf dem Marktplatz zu sehen", sagte eine Händlerin in Carpentras. "Die Leute sind heute Morgen extrem früh aufgestanden, um vor Mittag nach Hause zurückzukehren."

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Hitzerekord in Frankreich: Abkühlen in Paris

Auch in anderen Städten der Mittelmeerregion wie Sète und Nîmes wurden Temperaturen deutlich über 40 Grad erwartet. Die Regierung appellierte an Autofahrer, auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten. Die französische Bahngesellschaft bot kostenlose Stornierungen von Tickets für das gesamte Wochenende an.

Wegen der Hitze blieben auch Tausende Schulen geschlossen. Am Freitag hätten 4000 Schulen nicht geöffnet oder eine Notfallbetreuung eingerichtet, teilte Frankreichs Premier Édouard Philippe mit. Er rief die Bevölkerung auf, vorsichtig zu sein - und auch auf Familienmitglieder und Nachbarn zu achten.

Seit Anfang der Woche ächzt Frankreich unter der Hitzewelle. In der Hauptstadt Paris gelten wegen der hohen Ozonbelastung seit Mittwoch Fahrverbote. In einem Vorort wurde ein Kind verletzt, weil Anwohner einen Feuerhydranten geöffnet hatten, um sich abzukühlen, wie der Sender BFM TV berichtete. Die illegale Praxis des "Street Pooling" hat sich in den vergangenen Jahren in Frankreich verbreitet. Der heftige Wasserstrahl führt immer wieder zu Verletzungen.

Hitzetote in Spanien

In Spanien hat die Hitzewelle die ersten Todesopfer gefordert. Ein 17 Jahre alter Landarbeiter habe am Donnerstag in der Provinz Córdoba im Süden Spaniens bei der Ernte einen Hitzschlag erlitten und sei wenige Stunden nach einer Notoperation am Freitag im Krankenhaus gestorben, berichteten Medien unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden der Region Andalusien. In Valladolid nordwestlich von Madrid erlag ein 93 Jahre alter Mann bei einem Spaziergang am Donnerstagabend einem Hitzschlag, wie die Polizei mitteilte.

In Murcia im Osten Spaniens lag ein 45-jähriger Landarbeiter, der ebenfalls einen Hitzschlag erlitten hatte, in kritischem Zustand im Krankenhaus. Die Regionalregierung von Katalonien im Nordosten Spaniens verbot am Freitag zunächst für 48 Stunden alle Erntearbeiten.

Aufgrund der Hitze hat der spanische Wetterdienst Aemet für Freitag in 23 Regionen im Norden und im Nordosten des Landes Alarmstufe "rot" ausgerufen. Dort werden Höchsttemperaturen von bis zu 43 Grad erwartet. Betroffen sind verschiedene Regionen in insgesamt sieben Provinzen: Barcelona, Huesca, Saragossa, Girona, Lleida, Navarra und La Rioja.

wit/dpa/AFP



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