Französische Küste Nach Tanker-Untergang neue Umweltkatastrophe möglich

Der mit 6000 Tonnen giftigen Chemikalien beladene Tanker "Ievoli Sun" ist offenbar über einer Art "Unterwasser- Müllhalde" gesunken. Über die ökologischen Folgen herrscht noch immer Unklarheit.


Die gesunkene "Ievoli Sun"
REUTERS

Die gesunkene "Ievoli Sun"

Cherbourg - "Der Tanker sank direkt neben oder genau über dem Casquets- Graben", erklärte die Umweltorganisation Greenpeace. In diesem 160 Meter tiefen Graben seien seit Jahren "radioaktive Fässer und Munition" versenkt worden. Ein Behördensprecher bestätigte dies.

"Mit dem Tanker 'Ievoli Sun' ist die Glaubwürdigkeit der Sicherheit auf dem Meer gesunken", erklärten die französischen Grünen, die auch an der Regierung in Paris beteiligt sind. Den Küsten drohe erneut eine Umweltverschmutzung, "weil Reeder kurzfristige Profite auf Kosten der Sicherheit machen wollten".

Erst vor zehn Monaten war der Öltanker "Erika" mit verheerenden Folgen für die Umwelt vor der Bretagne gesunken. Medienberichten zufolge war für die Kontrolle der "Ievoli Sun" der italienische "Schiffs-TÜV" zuständig, der Registro Italiano Navale (Rina). Die französische Justiz ermittelt bereits wegen Fehlern im Zusammenhang mit dem Untergang der "Erika" gegen diese Gesellschaft.

Der 108 Meter lange italienische Tanker "Ievoli Sun" war nach einem schweren Sturm 19 Kilometer nördlich der britischen Kanalinsel Alderney gesunken. Ein Hochseeschlepper hatte zuvor stundenlang versucht, den Havaristen in einen Hafen zu schleppen. Die Besatzung war am Montag per Helikopter in stürmischer See von Bord geholt worden.

Das elf Jahre alte Schiff hatte etwa 6000 Tonnen giftiger Chemikalien an Bord. Schiffe und Flugzeuge suchten nach Anzeichen für ein Austreten von Teilen der Ladung. Bis Dienstagmittag wurden jedoch keine Hinweise dafür entdeckt. Ob das Wrack ausgepumpt werden kann, ist wegen des stürmischen Wetters noch unklar.



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