Freisinger Amoklauf Rache für die Kündigung?

Nach den blutigen Todesschüssen von Freising und Eching versuchen die Ermittler die Hintergründe der Tat aufzuklären. Die ganze Nacht über sicherten Beamte Spuren, die der 22-Jährige bei seinem Amoklauf hinterlassen hatte.

Freising/Eching - Als Motiv nehmen die Ermittler inzwischen Rache für eine erst vor wenigen Tagen ausgesprochene Kündigung an. Gegen den Schützen war wegen Raubes und Betruges ermittelt worden.

Noch ist aber unklar, wie der Mann in den Besitz der beiden großkalibrigen Waffen kam. Zur weiteren Spurensicherung bleibt am Mittwoch auch das Schulzentrum geschlossen, in dem der Täter um sich feuerte.

Der Mann hatte am Dienstag zunächst an seinem früheren Arbeitsplatz in Eching zwei ehemalige Kollegen erschossen. In der Freisinger Wirtschaftsschule tötete er danach den 52 Jahre alten Direktor und schoss einem Lehrer ins Gesicht. Nach einem Großeinsatz entdeckte die Polizei die Leiche des Täters in dem Schulzentrum. Vermutlich hatte sich der Mann zunächst Schussverletzungen beigebracht und sich außerdem durch die Explosion einer Rohrbombe schwer verletzt.

Weil die Polizei in einem Rucksack neben dem Toten zunächst eine scharfe Handgranate vermutet hatte, konnten die Beamten die Leichen des Todesschützen und des Schulleiters erst am Dienstagabend bergen. Eine Untersuchung hatte ergeben, dass es keine weiteren Sprengsätze gab.

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sprach den Angehörigen der Opfer im Namen des gesamten Kabinetts seine Anteilnahme aus. Das "schreckliche Ereignis" sei "nicht dazu geeignet, die große Zahl der legalen Waffenbesitzer ins Zwielicht zu setzen", sagte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD). "Wir sind gerade dabei, das Waffenrecht zu reformieren."