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Matthias Schweighöfer Für Dolores und all die anderen

aus DER SPIEGEL 25/2021
Foto: Star Press/aedt

Der Schauspieler und Produzent Matthias Schweighöfer, 40, will demnächst das Schicksal des jüdischen Tänzers Sylvin Rubinstein verfilmen. »Die Tragik und der verzweifelte Mut dieses Mannes lassen mich nicht mehr los«, sagt Schweighöfer, Mitgründer der Produktionsfirma Pantaleon Films, über Rubinstein. Der Tänzer floh aus dem Warschauer Getto, kämpfte als Saboteur und Attentäter gegen die deutschen Besatzer in Polen und wurde dabei von einem Major der Wehrmacht geschützt. Mit dessen Hilfe wurde er als vorgeblich katholischer Fremdarbeiter im Jahr 1942 nach Berlin geschickt, wo er Krieg und Holocaust überlebte. Rubinsteins Geschichte hat zuerst der Autor Kuno Kruse 1998 im SPIEGEL erzählt, wo er damals als Reporter arbeitete, dann in einem Buch und 2004 in einem Dokumentarfilm. Nun begeistert sich Schweighöfer für den Stoff und ist, so heißt es von seiner Firma, in Hollywood mit einem mächtigen Co-Produzenten im Gespräch. In den USA ist Schweighöfer durch eine wunderbar komische Rolle in dem Zack-Snyder-Film »Army of the Dead« bekannt geworden, wohl auch deshalb interessiert man sich dort für das Schicksals Rubinsteins. Der Tänzer trat nach dem Krieg im Hamburger Stadtteil St. Pauli unter dem Namen Dolores auf, dem Künstlernamen seiner Zwillingsschwester, die im Holocaust verschollen ging. 2011 starb er im Alter von 97 Jahren in Hamburg. Schweighöfer und seine Pantaleon-Mitstreiter haben bereits einen Film fertig, der gleichfalls vom Widerstand gegen den Nationalsozialismus handelt: »Resistance«, Kinostart voraussichtlich im Herbst, erzählt die Biografie des Pantomimen Marcel Marceau. Schweighöfer spielt darin den berüchtigten Gestapo-Chef von Lyon, Klaus Barbie.

Aus: DER SPIEGEL 25/2021

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