Fukushima Tepco meldet kleine Explosion in AKW-Ruine

Aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima werden neue Probleme bekannt: In Reaktor 4 gab es eine kleine Detonation. Auch radioaktiv verseuchtes Wasser macht den Experten Sorgen - denn jetzt beginnt die Regenzeit.

AFP/ TEPCO

Tokio - Selbst Tepco zweifelt mittlerweile am Zeitplan zur Stabilisierung der AKW-Ruine Fukushima, nun muss die Betreiberfirma neue Probleme bekämpfen: ausgetretenes Öl und eine kleinere Explosion. Neue Strahlungslecks entstanden laut Tepco aber nicht.

Den Angaben vom Dienstag zufolge entdeckten Arbeiter im Meer in der Nähe der abgeschalteten Reaktoren 5 und 6 ausgetretenes Öl. Der Ölteppich wurde mit Barrieren eingedämmt, wie Unternehmenssprecher Taichi Okazaki sagte. Die Explosion, die Arbeiter am Reaktor 4 hörten, habe sich vermutlich an einem Gasbehälter ereignet. Nach der Ursache werde gesucht.

Die Hauptprobleme im Atomkraftwerk betreffen die Reaktoren 1, 2 und 3. Dort haben nach Angaben von Tepco Kernschmelzen stattgefunden. Das Kraftwerk nördlich von Tokio war beim Erdbeben und dem folgenden Tsunami am 11. März schwer beschädigt worden. Seit dem Unglück tritt Radioaktivität in die Umwelt aus. Es ist die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl.

In Fukushima macht weiterhin kontaminiertes Wasser Probleme. Wie Tepco mitteilte, wurde im Wasser am Boden des Reaktorgebäudes 1 radioaktives Cäsium mit Strahlenwerten von zwei Millionen Becquerel pro Kubikmeter gemessen. Es wird vermutet, dass das radioaktive Material von den geschmolzenen Brennstäben im Reaktor stammt und aus dem Druckbehälter austritt.

Steigender Wasserpegel in den Reaktoren

Angesichts der beginnenden Regenzeit bereitet vor allem der rasch steigende Wasserstand Sorgen. Wie der TV-Sender NHK berichtete, steigt das Wasser in den Turbinengebäuden von Reaktor 2 und 3 mittlerweile um drei bis vier Millimeter pro Stunde, seit am Sonntag die ersten schweren Regenfälle in der Region einsetzten.

Am Boden von Reaktorgebäude 1 war das verseuchte Wasser innerhalb von 24 Stunden bis zum Dienstagmorgen um fast 40 Zentimeter gestiegen, berichtete der Staatssender NHK.

Die Frage der Entsorgung ist nach wie vor ungelöst. Es wird befürchtet, dass erneut verstrahltes Wasser ins Erdreich oder ins Meer gelangen könnte. Tepco hatte Mitte Mai die Installation einer Anlage angekündigt, mit der radioaktive Substanz aus dem Wasser in den Gebäuden gefiltert und das Wasser zugleich zur Kühlung der Reaktoren eingesetzt werden soll. Die Anlage dürfte aber erst im Juli betriebsbereit sein.

Das Wasser, das zur Kühlung der Reaktorbehälter in die Gebäude gepumpt wird, behindert die Einsatzkräfte seit Wochen. So konnte das reguläre Kühlsystem der Anlage nicht repariert werden, da ein Einsatz wegen der hohen Radioaktivität in den überfluteten Bereichen zu gefährlich ist.

wit/dapd/dpa

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Maschinchen, 31.05.2011
1. .
Zitat von sysopAus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima werden neue Probleme gemeldet. In Reaktor 4 gab es eine kleine Explosion. Auch radioaktiv verseuchtes Wasser macht den Experten Sorgen - denn jetzt beginnt die Regenzeit. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,765950,00.html
Aha eine kleine Explosion also. Sollte man nicht gemäß der Tepco-Terminologie nur von einer "geringfügigen" Explosion sprechen?
Gandhi, 31.05.2011
2. What else is new?
Zitat von sysopAus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima werden neue Probleme gemeldet. In Reaktor 4 gab es eine kleine Explosion. Auch radioaktiv verseuchtes Wasser macht den Experten Sorgen - denn jetzt beginnt die Regenzeit. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,765950,00.html
Und die Spieler laufen immer noch frei herum!
pussinboots 31.05.2011
3. ...
Zitat von sysopAus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima werden neue Probleme gemeldet. In Reaktor 4 gab es eine kleine Explosion. Auch radioaktiv verseuchtes Wasser macht den Experten Sorgen - denn jetzt beginnt die Regenzeit. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,765950,00.html
Laut Tepco eine "kleine Explosion" ? Mann, da muss es aber gewaltige gerummst gaben. Gruß der gestiefelte Kater
Richard.M 31.05.2011
4. Lol
"Neue Strahlungslecks entstanden laut Tepco aber nicht." Es knallt irgendwo, die Jungs haben keine Ahnung wo und wieso, aber nein, keine neuen Strahlungslecks, wo denkt ihr hin... naja, wahrscheinlich ist die ganze Anlage ein einziges Strahlungsleck, da kommt es auf eine Explosion mehr oder weniger auch nicht mehr an. Wenn's nicht so traurig wäre...
altmannn 31.05.2011
5. Zu keiner Zeit
Zitat von MaschinchenAha eine kleine Explosion also. Sollte man nicht gemäß der Tepco-Terminologie nur von einer "geringfügigen" Explosion sprechen?
hat eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden, wie aus Regierungskreisen verlautete.
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