Fund in leerstehendem Haus Urnen stammten offenbar aus ganz Deutschland

Dutzende Urnen samt Inhalt fand das Ordnungsamt in einem leerstehenden Haus im Harz. Jetzt berichtet der MDR, die Asche stamme aus Krematorien in ganz Deutschland. Sie sei für Seebestattungen vorgesehen gewesen. Offenbar wurden die Angehörigen der Toten getäuscht.


Stolberg/Hamburg - Die Asche in den 67 Urnen, die Mitarbeiter des Ordnungsamts am Mittwoch in einem leerstehenden Haus fanden, waren ursprünglich offenbar für Seebestattungen bestimmt. Das berichtete der MDR Thüringen unter Bezug auf Dokumente, die dem Sender vorliegen.

Die Urnen stammen demnach aus Krematorien verschiedener Bundesländer. Es seien dort Leichen aus ganz Deutschland eingeäschert worden. Es bestehe nun der Verdacht, dass Angehörigen vorgetäuscht wurde, es sei tatsächlich zu Bestattungen auf See gekommen. Die Asche stammt aus den Jahren 2011 und 2012.

Einer Mitteilung des Senders zufolge hatten MDR-Reporter Bilder der Gefäße zugespielt bekommen. Zu dieser Zeit hätten diese inmitten von Unrat verstreut in dem Haus herumgelegen. Eigentümer des Gebäudes soll die Stadt Stolberg sein. Die Journalisten hätten nach einem Vor-Ort-Termin das Ordnungsamt informiert, hieß es.

Den Auftrag für die Seebestattungen habe ein Unternehmen mit Sitz in Stolberg gehabt, berichtet der MDR weiter. Dieses sei 2012 bankrott gegangen, während der Insolvenz habe die Stadt Stolberg dem Inhaber die Räume zur Verfügung gestellt. Schließlich sei der Mann aber verschwunden; die Urnen samt Unterlagen habe er in dem Haus zurückgelassen.

Laut MDR führt der Bestatter inzwischen ein neues Unternehmen in Erfurt. Auch dieses biete bundesweit Seebestattungen an, hieß es. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs ermittelt.



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