Funkverkehr Alaska-Air-Piloten ließen Flugzeug ins Meer stürzen

Elf Minuten lang kämpften die Piloten vergeblich gegen den Absturz. Dann lenkten sie das Flugzeug aufs Meer hinaus. Das hat die Auswertung des Funkverkehrs mit dem Tower ergeben. Bei dem Unglück waren am Montag alle 88 Menschen an Bord ums Leben gekommen.


Die Piloten hielten die Maschine über dem Meer, um eine größere Katastrophe zu verhindern
KNBC TV/ REUTERS

Die Piloten hielten die Maschine über dem Meer, um eine größere Katastrophe zu verhindern

Los Angeles - Den Aufzeichnungen zufolge gelang es den Piloten der Alaska Air kurzfristig, die rasch absinkende MD-80 zu stabilisieren. Doch entgegen ihrer Ankündigung, eine Notlandung auf dem Flughafen von Los Angeles zu versuchen, flogen sie die Maschine mit 88 Menschen an Bord aufs offene Meer - entweder, um in letzter Sekunde eine Notwasserung zu wagen oder um eine noch größere Katastrophe bei einem Absturz über bewohntem Land zu vermeiden.

Die US-Transportsicherheitsbehörde (NTSB) erhofft sich weitere Aufklärung über den Hergang der Ereignisse von der Aufzeichnung des Sprechfunkverkehrs zwischen Crew und Mechanikern der Fluggesellschaft in Seattle.

Außerdem sollen die Piloten von vier anderen Flugzeugen befragt werden, die in der Nähe der Unglücksmaschine flogen und die letzten Minuten mit eigenen Augen verfolgen konnten.

Die Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle vor der kalifornischen Küste gingen am Mittwoch weiter. Es galt als unwahrscheinlich, dass noch Überlebende gefunden werden können. Experten haben Signale aufgefangen, die von den Flugrecordern des wahrscheinlich in mehr als 200 Metern Tiefe liegenden Flugzeuges stammen dürften. Spezialschiffe mit einem ferngesteuerten U-Boot zur Bergung der Aufzeichnungsgeräte werden am Donnerstag an der Unglücksstelle erwartet.

Die Alaska-Air-Maschine war mit 83 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern auf dem Flug von dem mexikanischen Urlaubsort Puerto Vallarta nach Seattle im US-Bundesstaat Washington. In San Francisco war eine Zwischenlandung geplant.



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