G20-Grenzkontrollen Bundespolizei zählt mehr als 4500 unerlaubte Einreisen

Wegen des G20-Gipfels kontrollierte die Bundespolizei an der Grenze fast eine Million Menschen. Dabei stellten die Beamten nach Informationen des SPIEGEL Tausende Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz fest.

G-20-Aktivisten auf dem Hamburger Hauptbahnhof
REUTERS

G-20-Aktivisten auf dem Hamburger Hauptbahnhof


Die Grenzkontrollen rund um den G-20-Gipfel haben gezeigt, dass weiterhin viele Flüchtlinge unerkannt über die Grenzen nach Deutschland kommen. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, zählte die Bundespolizei bei den Gipfel-Grenzkontrollen in der Zeit vom 12. Juni bis 16. Juli 6125 Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz, darunter 4546 unerlaubte Einreisen. Das geht aus einem Abschlussbericht der Bundespolizei hervor. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Damit habe man in dieser Zeit "deutlich mehr" illegale Einreisen erfasst "als im Vergleichszeitraum der Vormonate", als es keine Grenzkontrollen gab, heißt es in dem Bericht. Zu einem "erheblichen Teil" habe es sich um Migranten gehandelt, die schon in anderen EU-Ländern einen Asylantrag gestellt hätten.

Bei den Kontrollen von fast einer Million Menschen fielen dagegen nur 765 mutmaßliche Gipfelgegner auf, von denen 62 die Einreise verweigert wurde. Als Erfolg wertet die Bundespolizei die Kontrollen, weil dabei auch 4404 Fahndungstreffer gelandet wurden; darunter waren 782 Personen, die per Haftbefehl gesucht wurden. Auch 812 Drogendelikte kamen zur Anzeige.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 23 Beiträge
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Daueronline 04.08.2017
1. Schengen
Mehrere Tausend illegale Einreisen in wenigen Tagen. Als hätte man es nicht geahnt. Dies zeigt einmal mehr, dass die Sinnhaftigkeit des Schengen-Abkommens infrage steht. So schön die Idee der offenen Grenzen ist - solange von dieser Idee mehr Verbrechen und/oder Illegale Einreisende profitieren, ist es da so schlimm., an der Grenze seinen Ausweis zu zeigen? Wer, anders als jhemand, der etwas zu verbergen hat, kann etwas dagegen haben! Dies hat nichts mit Überwachung zu tun - Ein Land sollte das Recht haben zu kontrollieren, welche Personen einreisen. Dies muss endlich sachlich in der Öffentlichkeit diskutiert werden (können)!
84erstudent 04.08.2017
2.
Wenn da fast 800 per Haftbefehl gesuchte Personen aufgegriffen wurden wird es vielleicht Zeit, die Kontrollen wieder einzuführen...
Zitrone! 04.08.2017
3.
Bekanntermaßen leidet die Polizei ja an Personalmangel, dauerhaft werden sich solche Kontrollen also nicht durchführen lassen. Aber wie wäre es, in jedem Jahr mal eine Woche lang, unangekündigt natürlich, solche Kontrollen durchzuführen? Ich glaube, das würde sich lohnen, und nicht nur für diese Woche.
skeptiker97 04.08.2017
4. Nur Kontrollen?
Wenn bei einer Kontrolle ein Einreisender als illegal erkannt wird, er aber dennoch einreisen darf, dann ist das Ganze doch ziemlich sinnlos.
Claes Elfszoon 04.08.2017
5. Schengen ist
... das Problem, an dem sich das Schicksal politischer Parteien und der EU-Akzeptanz entscheiden wird. Wie problematisch der Umgang mit "Schengen" ist, zeigte sich schon beim G-7-Gipfel 2015. Dort gab es auch Grenzkontrollen (die scheinen wohl doch durchführbar, sinnvoll und zielführend zu sein) und die Ergebnisse der Bundespolizei sahen so aus: 13.800 Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht 1200 Fahndungserfolge 151 Vollstreckungen. Der (interne) Kommentar des damaligen Chefs der Bundespolizei: "Wir haben haben nur einmal kurz das Licht angeknipst!" Damit war der Beweis erbracht, dass die Zustände an den offenen innereuropäischen Grenzen unhaltbar sind. Wir alle, einschliesslich der Politiker, die verantwortlich für die Sicherheit sind, haben keine Ahnung wer oder was da in den Zeiten zwischen den behüteten Gipfelveranstalungen, in die einzelnen Mitgliedstaaten hineindiffundiert. Aber alle scheinen genau das zu wollen: Hineinsickern lassen und nichts davon wissen wollen. Da stellen sich dann nur noch zwei Fragen: Wer profitiert eigentlich von einer derart ignoranten Haltung und wer sind die Leidtragenden?
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