Galapagosinseln Gefährdete Haie in Meeresschutzgebiet getötet

Die ecuadorianische Marine hat 300 Tonnen tote Meerestiere im Galapagos-Schutzgebiet sichergestellt. Auch die Kadaver von gefährdeten Hai-Arten waren an Bord des durchsuchten Schiffs.

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Ein toter Hammerhai und Tausende kleinere und größere Fische - sie liegen übereinander und nebeneinander, manche haben die Mäuler aufgerissen: Die Kadaver sind nur ein Teil dessen, was die ecuadorianische Marine in einem Schiff bei den Galapagosinseln fand. Es war illegal in dem Meeresschutzgebiet unterwegs gewesen.

Mehr als 300 Tonnen Meerestiere stapelten sich im Inneren des Schiffs, darunter geschützte und bedrohte Arten, wie der große Hammerhai, der als stark gefährdet gilt. Das Schiff fuhr unter chinesischer Flagge. Der Direktor des Galapagos-Nationalparks Walter Bustos teilte mit, dass es sich um das größte Schiff gehandelt habe, das bislang in dem Schutzgebiet aufgegriffen wurde.

Mit Motorbooten, unterstützt von einem Helikopter, setzte die Marine das Schiff am Sonntag fest und brachte es in die Hauptstadt der Galapagosinseln, Puerto Baquerizo Moreno. Dort übergab sie die 20 Besatzungsmitglieder den Behörden. Ihnen drohen bis zu drei Jahren Gefängnis für den Handel mit geschützten Arten.

Die Galapagosinselgruppe liegt im Pazifik etwa tausend Kilometer westlich von der Küste Ecuadors. Die Region gehört seit 1978 zum Unesco-Weltnaturerbe und steht größtenteils unter strengem Naturschutz. Erst im vergangenen Jahr hatte das ecuadorianische Umweltministerium ein neues Marineschutzgebiet in der Region begründet, in dem es die weltweit größte Haidichte gibt.

bbr/Reuters



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