Gesprengte Geldautomaten Gangster erbeuteten mehr als 30 Millionen Euro

In den vergangenen fünf Jahren haben Bankräuber in Nordrhein-Westfalen mit Geldautomaten-Sprengungen fette Beute gemacht: Sie stahlen mehr als 30 Millionen Euro. Die Zahl der Überfälle ist weiter hoch.
Schwer beschädigter Geldautomat in Düsseldorf: LKA will Gespräche mit Bankvertretern

Schwer beschädigter Geldautomat in Düsseldorf: LKA will Gespräche mit Bankvertretern

Foto: David Young/ dpa

Seit dem Jahr 2005 kommt es immer wieder zur Sprengung von Geldautomaten mit anschließendem Diebstahl von Bargeld. In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl solcher Raubzüge vor allem im Grenzgebiet zu den Niederlanden seit 2015 sprunghaft angestiegen.

In den zurückliegenden fünf Jahren konnten die Täter 30,6 Millionen Euro erbeuten. Dies teilte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) jetzt auf Anfrage der SPD-Fraktion mit. Demnach sind 634 Fälle bekannt , allein 125 davon ereigneten sich in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres.

Die Betreiber der Geldautomaten müssten die Polizei stärker unterstützen, fordert Reul. Er werde im kommenden Monat die Repräsentanten der Banken zu einem Fachgespräch einladen, kündigte der Innenminister an. Ein wirksamerer Schutz der Geldautomaten gegen Angriffe sei möglich und solle auch angestrebt werden.

Bereits im Oktober 2015 hat das Landeskriminalamt NRW erste Handlungsempfehlungen zur Prävention von Geldautomatensprengungen für die Betreiber von Geldautomaten herausgegeben. So sollten bestimmte Automaten nachgerüstet oder ausgetauscht sowie SB-Bereiche in "tatkritischen Nachtstunden" geschlossen werden. Die Türöffnungs- und Zugangsüberwachung müsse verbessert werden.

Unter anderem hatte die Polizei empfohlen, einige Automaten ganz abzubauen, was zu Kritik geführt hatte. In seinem Schreiben betonte der Innenminister Reul, diese Maßnahme stelle "weder einen Rückzug der Polizei noch eine Kapitulation vor Straftätern dar". Die Empfehlungen zum Rückbau von Geldautomaten an ungesicherten Standorten appellierten vielmehr "an die Pflicht des Eigentümers, seine Vermögenswerte nicht herrenlos sich selbst oder ausschließlich dem Schutz des Staates zu überlassen".

Reul zufolge wurden seit 2017 insgesamt 80 Tatverdächtige im Zusammenhang mit Geldautomatenaufsprengungen festgenommen. Zuletzt seien am 7. August 2020 in Neuss drei Tatverdächtige nach längeren Ermittlungen festgenommen worden. Im Mai waren in Duisburg drei Männer festgenommen worden, die kurz zuvor versucht hatten, einen Geldausgabeautomaten in Duisburg-Walsum zu sprengen.

ala/dpa
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