Geborstene Wasserrohre Zehntausende Nordiren sitzen auf dem Trockenen

Der harte Winter macht den Nordiren nicht nur im Straßenverkehr zu schaffen. Seit Tagen sind tausende Haushalte ohne fließendes Wasser, weil Leitungen geborsten sind. Vor Ausgabestellen für Trinkwasser bilden sich lange Schlangen.
Schlange vor Wasserausgabestelle: 40.000 Nordiren haben kein fließendes Wasser

Schlange vor Wasserausgabestelle: 40.000 Nordiren haben kein fließendes Wasser

Foto: PETER MUHLY/ AFP

Belfast - 40.000 Menschen haben aktuellen Zählungen zufolge in Nordirland kein fließendes Wasser. Wegen des Winterwetters seien mehrere Rohrleitungen geborsten, teilte das Versorgungsunternehmen Northern Ireland Water mit. Besonders betroffen sei die Provinzhauptstadt Belfast. Die Homepage des Unternehmens listet insgesamt etwa 80 Städte und Gemeinden auf, in denen die Wasserversorgung unterbrochen ist.

Einige Gemeinden richteten Ausgabestellen für Wasser ein, vor denen sich lange Schlangen bildeten. Die Behörden stellten den Betroffenen Wasch- und Duschmöglichkeiten in öffentlichen Gebäuden zur Verfügung. Der nordirische Regierungschef Peter Robinson berief für Donnerstag eine Krisensitzung ein. Die Reaktion des Versorgungsunternehmens auf die beschädigten Wasserleitungen nannte er "nicht hinnehmbar".

Die Leitungen waren durch lang anhaltende Minustemperaturen eingefroren und bei plötzlich einsetzendem Tauwetter geborsten. Manche Familien haben bereits seit acht Tagen kein fließendes Wasser. North Ireland Water teilte mit, dieser Zustand könne noch mehrere Tage anhalten. Derzeit seien noch nicht einmal alle beschädigten Leitungen identifiziert. Das Problem werde dadurch verschärft, dass manche Leitungen in unbewohnten oder verlassenen Häusern geborsten seien.

Wasser-Vorratstanks waren leer. Die Bevölkerung behalf sich mit Lieferungen von Tankfahrzeugen und Wasser in Flaschen, um zu kochen, zu putzen und zu trinken. Schottland schickt 160.000 Liter Wasser in Flaschen, um die Not zu lindern. Ärzte warnten vor dem Ausbruch von Krankheiten, falls die Wasserversorgung nicht zügig wieder hergestellt werde.

ulz/AFP/AP
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