Gedenken an Anschläge Europa steht für zwei Minuten still

Mit zwei Schweigeminuten hat Europa die Opfer der Terroranschläge von London gewürdigt. In London und anderen Städten des Kontinents hielten Busse, Taxis und Autos an, um ihrer zu gedenken. An vielen Börsen wurde der Parketthandel kurz unterbrochen.


London - Um 13 Uhr mitteleuropäischer Zeit legten die 25 Staaten der Europäischen Union zwei Gedenkminuten ein. Auf Großbritanniens Flughäfen gab es nach Möglichkeit keine Starts und Landungen. In Bahnhöfen und auf vielen Straßen blieben die Leute stehen. Viele Londoner hatten ihre Büros verlassen und waren auf die Straße getreten, so wie Bürgermeister Ken Livingstone es angeregt hatte.

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Anschläge in London: Europa gedenkt der Opfer

"London wird jener gedenken, die am vergangenen Donnerstag starben, und es wird denen seine Missachtung zeigen, die versuchen, den Charakter unserer Stadt durch Terror zu verändern", sagte Livingstone. Er legte einen Kranz am Bahnhof King's Cross nieder. Im dortigen U-Bahn-Tunnel waren bei dem Anschlag am 7. Juli die meisten der insgesamt 52 Todesopfer ums Leben gekommen. Bei den Anschlägen wurden etwa 700 Menschen verletzt.

Auch Königin Elizabeth II. verharrte vor dem Buckingham Palast und neigte ihr Haupt als Zeichen der Trauer und des Mitgefühls. Auf dem Trafalgar Square stellten die Londoner ein Schild mit der Aufschrift auf: "One City, one World" (Eine Stadt, eine Welt).

Auch viele Unternehmen einschließlich der Londoner Börse stellten vorübergehend den Betrieb ein. Die auflagenstärkste britische Zeitung "The Sun" schrieb: "Heute steht Großbritannien für zwei Minuten in stillem Widerstand. Wir zeigen der Welt, warum wir stärker sind als al-Qaida."

Schweigeminute an der Station King's Cross: "Eine Stadt, eine Welt"
REUTERS

Schweigeminute an der Station King's Cross: "Eine Stadt, eine Welt"

Auch bei der Deutschen Börse in Frankfurt gedachten die Mitarbeiter der Terroropfer, Radiosender unterbrachen ihr Programm. Zu den Gedenkminuten, an denen sich auch die anderen EU-Länder beteiligen wollten, hatte Bundesinnenminister Otto Schily gestern im Namen der Bundesregierung aufgerufen. Deutschland schließe sich damit einer Bitte der britischen Regierung an, hieß es.

Zahlreiche Unternehmen wie beispielsweise DaimlerChrysler oder der Otto-Konzern hatten ihren Beschäftigten die Teilnahme am Gedenken freigestellt. Andernorts - wie beispielsweise in der baden-württembergischen Verwaltung oder bei Airbus in Hamburg - wurden die Mitarbeiter zum Gedenken aufgerufen.



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