Gefährliches Lassa-Fieber Frankfurter Patient ist über den Berg

Nach rund eineinhalb Monaten Krankenhausaufenthalt hat ein an Lassa-Fieber erkrankter Arzt die akute Infektion überwunden. Die lebensbedrohliche und ansteckende Krankheit war im Juli bei dem 68-Jährigen diagnostiziert worden. Die Gefahr einer Übertragung besteht auch nicht mehr.


Frankfurt/Main - Der Mann werde bereits seit über 14 Tagen nicht mehr intensivmedizinisch betreut und sei nicht mehr ansteckend, teilte die Klinik der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt heute mit. Vor einer Woche sei die strenge Isolation des Patienten aufgehoben worden. Er werde unter Berücksichtigung weniger Sicherheitsvorkehrungen wie ein normaler Patient auf einer Station betreut.

Der Chirurg aus Sierra Leone, der mit einer Deutschen verheiratet ist, war am 11. Juli über Brüssel nach Deutschland eingereist. Zu Beginn seiner Behandlung war der Mann in kritischem Zustand. Wegen der Ansteckungsgefahr waren zunächst auch Mitreisende auf das Virus hin untersucht worden. Andere Fälle der lebensgefährlichen Krankheit seien nicht bekannt geworden, weder bei den Mitreisenden in den Flugzeugen, noch bei Begleitern der Krankentransporte, Ärzten oder Pflegepersonal. Die Klinik wies darauf hin, dass bisher nur wenige Patienten eine solch schwere Infektion überlebt hätten.

Das Lassa-Fieber gehört wie Ebola zu den so genannten hämorrhagischen Fiebern, die oft mit schweren Blutungen und Gewebeschäden einhergehen. Die Virus-Infektion führt im Schnitt bei einem Fünftel der Patienten zum Tod. Das Lassa-Virus wird nur bei direktem Kontakt etwa mit Blut, Urin, Speichel und Rachenschleim eines Infizierten übertragen.

kai/AFP/AP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.