Gefangen in der Wohnung Mann lebte zwei Jahre an Sessel festgeklebt

Den Helfern des Notdienstes bot sich ein ekelhafter Anblick: Im US-Bundesstaat Ohio hat ein Mann zwei Jahre nicht von einem Sessel aufstehen können. Der 43-Jährige war mit dem Sitzmöbel quasi verwachsen.


Chicago - Die Freundin und ein Mitbewohner riefen einem Bericht des TV-Senders WTRF den Notdienst, nachdem sie den Mann bewusstlos in dem Sessel vorgefunden hatten. Um den fettleibigen Patienten in ein Krankenhaus zu bringen, musste ein Loch in eine Wand des Hauses geschlagen werden.

Dem Bericht zufolge hatte der Mann zwei Jahre lang in seinem Apartment in dem Sessel festgesessen. Der Mann sei quasi mit dem von Urin, Fäkalien und Maden verkrusteten Stuhl "verschmolzen" gewesen, berichtete der US-Fernsehsender WTRF. Die Polizei teilte mit, die Haut des Mannes sei mit dem Stuhlbezug verbunden gewesen.

Der Gestank in der Wohnung in der Stadt Bellaire im Bundesstaat Ohio sei ekelerregend gewesen, berichtete der Sender. Er habe seine Uniform entsorgt, als er bei der Rettung des Mannes mit dem Gemisch aus Exkrementen und Getier in Berührung gekommen sei, sagte ein Beamter.

"Das Wohnzimmer, in dem der Mann in seinem Stuhl lebte, war sehr dreckig, sehr kläglich", ergänzte ein Vertreter der Stadt. "Es ist unglaublich, dass jemand unter diesen Bedingungen leben kann." Dem Bericht zufolge wurde der fettleibige Mann regelmäßig von seiner Freundin mit Essen versorgt.

Der 43-Jährige ist derzeit im Krankenhaus. Nach Angaben der Behörden wurden die Freundin und der Mitbewohner angewiesen, die Wohnung zu säubern. Andernfalls müssten sie ausziehen.

Die Vermieterin sagte dem TV-Sender, der Mann im Stuhl sei früher eine vitale, aktive Person gewesen. Wenn sie nach ihm gesehen habe, habe er immer unter einer Decke gesessen. Sie habe keine Ahnung gehabt, wie weit es gekommen sei.

ulz/AFP



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