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Klüger werden mit: George Aldrich

Der 45-jährige Nasa-Geruchstester über Gestank im All
aus DER SPIEGEL 32/2001

SPIEGEL: Sie beschnüffeln für die Nasa alle Materialien, die auf einer Weltraum-Mission mit ins All gehen. Warum?

Aldrich: Weil in einer Raumkapsel, also einem engen, geschlossenen Raum, bei hoher Temperatur Dinge oft plötzlich anfangen anders zu riechen. Denken Sie an ein neues Auto: Parken Sie es in der Sonne, schließen auch noch die Fenster, dann wird der Gestank unerträglich.

SPIEGEL: Wie sehen Ihre Tests aus?

Aldrich: Als Erstes backen wir die Sachen. Und zwar bei knapp 50 Grad in einem versiegelten Container - für 72 Stunden. Dabei entstehen Dämpfe, die filtern wir, und wenn wir wissen, dass sie weder giftig noch Krebs erregend sind, beugen sich fünf Leute aus meinem Team mit ihren Nasen über jeden einzelnen Gegenstand.

SPIEGEL: Was denn zum Beispiel?

Aldrich: Alles Mögliche: Farben, Klebstoffe, Stifte, Turnschuhe, Rasiercremes, Tampons und Maskottchen aller Art, oft Teddybären.

SPIEGEL: Sind denn die Astronauten manchmal sauer, wenn ihre Lieblingsteddys den Geruchstest nicht bestehen?

Aldrich: Nein, die wissen ja, dass ich die Dinge bloß teste, die Entscheidung, was am Ende mit in die Kapsel darf und was nicht, fällen andere Kollegen. Gemeinsam machen wir unsere Sache nicht schlecht, bisher hat es in den USA noch keinen geruchsbedingten Flugabbruch gegeben. Die Russen hatten 1976 einmal eine Notlandung, weil irgendetwas brutal anfing zu stinken.

SPIEGEL: Wie halten Sie Ihre Nase in Form?

Aldrich: Ich versuche sie im Privatleben zu schützen. Wenn zum Beispiel eines meiner vier Enkelkinder gewickelt wird, dann verziehe ich mich. Der Duft-Schock wäre zu groß.

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