George-Floyd-Proteste Stars unterstützen Demonstranten

Etliche US-Prominente schließen sich nach dem Tod des Schwarzen George Floyd bei einem Polizeieinsatz dem Protest gegen Rassismus und Willkür an. Sie spenden Solidarität, Zuversicht - und Geld.
Minneapolis nach Protesten: Rauch steigt von einem brennenden Gebäude in der Innenstadt auf

Minneapolis nach Protesten: Rauch steigt von einem brennenden Gebäude in der Innenstadt auf

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David Joles/ dpa

Friedliche Proteste wurden von der Polizei gesprengt, US-Präsident Donald Trump droht seinem eigenen Volk mit Militäreinsätzen: Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd während seiner Festnahme in Minneapolis sind Wut und Unmut in den Vereinigten Staaten groß.

Künstler in den USA wollen sich jetzt für Demonstrantinnen und Demonstranten einsetzen, die im Zusammenhang mit Protesten nach dem Vorfall im Gefängnis gelandet sind. Rapper Drake ("Best I Ever Had") spendete 100.000 US-Dollar (rund 90.000 Euro), wie er auf Instagram mitteilte, ebenso wie der kanadisch-äthiopische R&B-Künstler "The Weeknd" ("Blinding Lights").

Der Sänger John Legend ("All Of Me") und seine Frau, das Model Chrissy Teigen, kündigten an, 100.000 US-Dollar geben zu wollen. Einige könnten nun denken, das Paar wolle Menschen unterstützen, die anderen schadeten und Eigentum zerstörten, schrieb Legend auf Twitter. "Denn warum sollte die Polizei friedliche Demonstranten festnehmen und einsperren? Ausgezeichnete Frage. Vielleicht solltet ihr das die Polizei fragen, denn sie tut es die ganze Zeit", so Legend weiter. 

Profiboxer übernimmt Begräbniskosten

Der ehemalige Profiboxer Floyd Mayweather hat George Floyds Hinterbliebenen angeboten, für die Beisetzung des Getöteten aufzukommen. Dem Sportsender ESPN zufolge hat die Familie die Hilfe angenommen.

Seit einer Woche sorgt der Fall des bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommenen Afroamerikaners in den USA für massive Proteste. Viele Prominente stehen in den Reihen der Empörten, darunter Jamie Foxx, Justin Bieber, Arnold Schwarzenegger, Céline Dion, Jennifer Lopez oder Beyoncé. Der gemeinsame Tenor ist Entsetzen über Polizeibrutalität, Missachtung von Bürgerrechten und die Benachteiligung von Minderheiten.

"Kaum Zweifel, dass George Floyd ermordet wurde"

Für das Newsportal "The Daily Beast " schrieb Oscarpreisträger George Clooney einen Essay über systemischen Rassismus, Ungleichbehandlung und Polizeibrutalität gegen Schwarze in den USA. "Es bestehen kaum Zweifel, dass George Floyd ermordet wurde", so Clooneys Einschätzung.

Andere Stars berichteten von Übergriffen der Polizei, die sie am Rande friedlicher Demos erlebt hätten. Sie sei bei Protesten in Los Angeles von Gummigeschossen und Tränengas getroffen worden, schrieb Sängerin Halsey auf Twitter.

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Dazu verlinkte die 25-Jährige Videos und Fotos zu dem "Horror" auf den Straßen, die Demonstranten dort erlebt hätten. Sie habe viel Blut gesehen und Verletzen geholfen. 

"Die Cops kamen mit Schlagstöcken auf mich zu"

Schauspieler John Cusack postete auf Twitter verwackelte Bilder von einer Demonstration in Chicago, auf dem bedrohliches Gebrüll zu hören ist. "Die Cops mochten es nicht, dass ich ein brennendes Auto filme, daher kamen sie mit Schlagstöcken auf mich zu", schrieb Cusack auf Twitter. Sie seien auf sein Fahrrad losgegangen.

George Floyd starb am 25. Mai 2020, nachdem ein Polizist ihm mehrere Minuten lang das Knie auf den Hals gedrückt hatte und nicht auf seine Hilferufe eingegangen war. Der Beamte wurde inzwischen entlassen und wegen eines Tötungsdelikts angeklagt. 

Schauspieler Kevin Hart forderte auf Twitter, dass sämtliche beteiligte Polizisten zur Verantwortung gezogen werden müssten. "Du kannst nicht Frieden verlangen, wenn du keine Gerechtigkeit schaffen willst", so Hart. "Es ist so einfach … werft all diese Cops ins Gefängnis, jeeetzt." Es sei an der Zeit, das System zu verändern, um Polizeigewalt und Willkür zu verhindern: "Wir brauchen Gesetze, die uns Sicherheit geben. Hört auf, das Problem zu ignorieren."

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Andere Stars, darunter Sängerin Taylor Swift, wandten sich direkt an US-Präsident Donald Trump, der Demonstranten mit einem gewaltbereiten Militäreinsatz drohte. "Nachdem du während deiner gesamten Präsidentschaft die Feuer der weißen Vorherrschaft und des Rassismus angefacht hast, hast du jetzt die Nerven dazu, moralische Überlegenheit vorzutäuschen und dann mit Gewalt zu drohen?", empörte sich Swift vorige Woche auf Twitter. "Wir werden dich im November aus dem Amt wählen."

Rapper Jay-Z rief am Wochenende den Gouverneur von Minnesota an, Tim Walz. Man habe den Fall Floyd und notwendige Maßnahmen diskutiert, berichtete CNN über das Gespräch. Demnach war der Gouverneur angetan von dem engagierten und unprätentiösen Auftreten des Rappers.

Jay-Z schrieb nach dem Treffen: "Nach unserem ernsten Gespräch danke ich Gouverneur Walz dafür, dass er tut, was richtig ist und Generalstaatsanwalt Keith Ellison aufgefordert hat, den Fall Floyd zu übernehmen." Auch er sei ein Mensch, ein Vater und ein Schwarzer voller Schmerz, so der Musiker weiter. Aber er sei nicht der einzige, das ganze Land sei voller Schmerz. "Dies ist nur ein erster Schritt. Ich bin entschlossener, für Gerechtigkeit zu kämpfen, als jeder Kampf, den meine Möchtegern-Unterdrücker haben."

"Seid rechtschaffen wütend"

Auch die britische Sängerin Adele bezog Stellung. Sie postete ein Foto des Toten auf Instagram. "Der Mord an George Floyd hat Schockwellen um die Welt gesandt, es gibt zahllose andere, die das nicht getan haben", schrieb sie dazu. Weltweite Proteste und Märsche seien wichtig, aber: "Seid rechtschaffen wütend, aber seid fokussiert! Hört weiter zu, fragt und lernt!" Es gelte, nicht zu verzagen oder sich manipulieren zu lassen.

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Auch Starmoderatorin Ellen DeGeneres äußerte sich in einem sehr emotionalen Video zur Situation. "Ich bin so traurig und so wütend", sagte sie.

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Sie habe immer für all jene sprechen wollen, die keine Stimme hatten. "Dies passiert schon viel, viel, viel zu lange. Leute sind mit Mord davongekommen. Es ist keine gerechte Welt gerade und wir haben noch einen langen Weg vor uns."

ala/dpa
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