Georgia Guidestones Unbekannte sprengen mysteriöses Steinmonument in USA

1980 von einem Unbekannten in Auftrag gegeben, knapp sechs Meter hoch und mit zehn Alternativgeboten versehen: Die Georgia Guidestones sind ein Rätsel. Nun wurden sie in die Luft gejagt. Warum und von wem – unklar.
Aufnahme der Explosion der Georgia Guidestones

Aufnahme der Explosion der Georgia Guidestones

Foto: HANDOUT / AFP

Die Georgia Guidestones geben seit Jahren Rätsel auf – jetzt haben Unbekannte das mysteriöse Stein-Monument im US-Bundesstaat Georgia gesprengt. Aus Sicherheitsgründen seien die Überreste der Stelen in der Nähe der Kreisstadt Elberton daraufhin vollständig abgerissen worden, teilte die Kriminalpolizei von Georgia am Mittwochabend (Ortszeit) mit.

Auf einem Überwachungsvideo war die Explosion zu sehen und ein Auto, das kurz danach davonfährt. Die Georgia Guidestones bestanden aus Granitstelen, einer Mittelsäule und einer Dachplatte. Wegen der Ähnlichkeit zu der steinzeitlichen Kultstätte in England wurde das Monument auch als »amerikanisches Stonehenge« bezeichnet.

Auf den Stelen waren zehn Gebote in den Sprachen Englisch, Spanisch, Swahili, Hindi, Hebräisch, Arabisch, Chinesisch und Russisch eingraviert. Unter anderem war dort zu lesen: »Halte die Menschheit unter 500 Millionen in fortwährendem Gleichgewicht mit der Natur« und »Sei kein Krebsgeschwür für diese Erde, lass der Natur Raum.«

»Viele Spekulationen und Verschwörungstheorien über die wahre Bestimmung der Guidestones«

Nach Angaben der Handelskammer von Elbert County hatte ein unbekannter Mann das Monument bei einem örtlichen Granit-Unternehmen in Auftrag gegeben. Er gab sich damals als Vertreter einer »kleinen Gruppe loyaler Amerikaner, die an Gott glauben«, aus. Sie wolle eine Botschaft für künftige Generationen hinterlassen. Das knapp sechs Meter hohe Monument wurde 1980 errichtet.

Um die Georgia Guidestones rankten sich viele Spekulationen. »Die Identität und die Absichten der Menschen, die sie in Auftrag gegeben haben, sind unbekannt«, sagte Katie McCarthy von der Nichtregierungsorganisation Anti-Defamation League dem Radiosender NPR. »Das hat im Laufe der Jahre dazu beigetragen, dass viele Spekulationen und Verschwörungstheorien über die wahre Bestimmung der Guidestones entstanden sind.«

In einem Dokumentarfilm von 2015 wurden Verbindungen des unbekannten Auftraggebers zu rassistischen Gruppen nahegelegt. Die republikanische Kandidatin Kandiss Taylor nannte die Georgia Guidestones im Gouverneurswahlkampf 2022 hingegen satanistisch und kündigte für den Fall ihres Wahlsiegs die Zerstörung der Stelen an. »Gott ist Gott ganz allein. Er kann alles tun, was er tun will. Dazu gehört auch das Niederreißen der satanistischen Guidestones«, schrieb sie nun auf Twitter.

dop/dpa
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