Kurioser Justizfall aus Georgien Taxifahrer nach Streit mit russischsprachigen Fahrgästen freigesprochen

Ein georgischer Taxifahrer stritt mit zwei russischsprachigen Fahrgästen offenbar unter anderem über ukrainische Musik im Radio. Er soll die beiden weit entfernt ausgesetzt haben. Die Passagiere klagten – erfolglos.
Straße am Gombori-Bergpass in Georgien (Symbolbild)

Straße am Gombori-Bergpass in Georgien (Symbolbild)

Foto: Vano Shlamov / AFP

Ein georgischer Taxifahrer muss nach einer Auseinandersetzung mit zwei russischsprachigen Fahrgästen keine rechtlichen Konsequenzen fürchten. Wie lokale Medien übereinstimmend berichteten, wurde Amiran Bokuchava vom Vorwurf der Entführung zweier Fahrgäste freigesprochen.

Der Streit steht offenbar auch im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Bokuchava hatte die beiden Passagiere bei dem Vorfall im April am Flughafen in der Hauptstadt Tiflis abgeholt. Dort forderten die beiden russischsprachigen Passagiere aus Litauen und Russland offenbar, Bokuchava solle Russisch sprechen und die ukrainische Musik im Autoradio ausschalten.

Unterschiedliche Darstellungen zum Verlauf des Streits

Offenbar spitzte sich die Auseinandersetzung zu. Schließlich, so schildert es Bokuchavas Anwalt Irakli Chomakhashvili laut dem Portal »OC Media« , habe sein Mandant die Fahrgäste am Gombori-Bergpass, etwa 60 Kilometer nordwestlich des Flughafens ausgesetzt.

Nach Darstellung der Fahrgäste verlief der Streit anders. Diese gaben dem Portal zufolge an, Fahrer Bokuchava habe ein Vielfaches des vereinbarten Preises verlangt. Als die Fahrgäste drohten, die Polizei hinzuzuziehen, habe der Fahrer die Türen verriegelt und sei in Richtung der aserbaidschanischen Grenze gefahren. Dort habe er eine noch höhere Geldsumme für die Freilassung der beiden verlangt. Auf dem Weg dorthin seien sie in Freiheit gelangt, der Fahrer habe ihre Habseligkeiten aus dem Fenster geworfen und sei geflüchtet.

Bokuchava war laut »OC Media«  infolge der Vorwürfe festgenommen worden und saß zwei Tage in einer Zelle.

Für die Gerichtsjury war der Fall indes eindeutig. Sie schenkten der Version der Kläger keinen Glauben und sprachen Bokuchava einstimmig vom Vorwurf der Entführung frei. Sein Anwalt feiert die Entscheidung derweil und setzt das Urteil in einen größeren Zusammenhang: »Heute haben wir den russischen Imperialismus besiegt«, schrieb der Jurist auf Facebook.

fek
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.