Gepanschter Alkohol 19-jähriger Deutscher stirbt in Indonesien - Bruder hirntot

Auf der indonesischen Insel Java ist ein 19-jähriger Berliner ums Leben gekommen. Offenbar starb der junge Mann, nachdem er gepanschten Alkohol getrunken hatte. Sein älterer Bruder wurde für hirntot erklärt.

Gymnasium in Berlin-Friedenau: Blumen, Kerzen und Karten zum Gedenken an 19-Jährigen
DPA

Gymnasium in Berlin-Friedenau: Blumen, Kerzen und Karten zum Gedenken an 19-Jährigen


Jakarta - Vermutlich gepanschter Whiskey hat in Indonesien einen Teenager aus Berlin das Leben gekostet. "Nach Angaben des Arztes, der den jungen Mann behandelt hat, starb er nach dem Genuss von gepanschtem Alkohol", sagte ein Sprecher der Kariadi-Klinik auf der Insel Java. Der Bruder des gestorbenen 19-Jährigen sei hirntot, bestätigte das Auswärtige Amt einen Bericht der "Berliner Morgenpost".

Die beiden jungen Männer hätten am 20. August in Semarang mit Freunden gefeiert, berichtete ein Mitarbeiter der Dejavato-Stiftung, für die der jüngere der beiden als Aushilfslehrer gearbeitet hatte. Der 19-Jährige sei mit Krämpfen ins Krankenhaus gebracht worden. Er starb kurz darauf.

Sein Bruder war bereits auf dem Flug nach Hause, als bei ihm Vergiftungssymptome auftraten. Bei ihm wurde nach Angaben des Auswärtigen Amtes in einer Klinik in Doha (Katar) der Hirntod festgestellt. Bei ihm gibt es bislang keine Bestätigung, dass gepanschter Alkohol die Ursache war.

Erst in der vergangenen Woche waren in Jakarta 13 Menschen nach dem Trinken von gepanschtem Alkohol gestorben. Die gefährlichen Mischungen sind in Indonesien ein großes Problem. Die Polizei stellt bei Razzien jedes Jahr Tausende Liter gepanschten Alkohol sicher. Jährlich vergiften sich Hunderte Indonesier damit, Dutzende sterben. Immer wieder werden auch Ausländer Opfer des oft mit Methanol versetzten Alkohols.

Die Polizei ermittelte laut einer Mitarbeiterin im Pandanaran Hotel, wo die beiden Deutschen getrunken hatten. "Wir haben der Polizei alle Informationen gegeben, mehr kann ich nicht sagen", sagte die Mitarbeiterin an der Rezeption.

Vor der ehemaligen Schule des 19-Jährigen, dem Rheingau-Gymnasium in Berlin-Friedenau, standen Trauerbotschaften, Kerzen und Fotos. Die Schule plane eine Traueranzeige, sagte Leiter Bernd Minske.

wit/dpa



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