Gerichtsstreit Liz Taylor gibt Van Gogh nicht her

Hollywood-Star Liz Taylor steht unter Anklage. Vier Erben eines jüdischen NS-Opfers reichten jetzt ihre Ansprüche auf Rückgabe eines wertvollen Van-Gogh-Bildes ein, das die Diva für über eine Viertel Million Dollar erstanden hatte. Die Begründung: Die ursprüngliche Besitzerin habe das Werk auf Druck der Nazis verkaufen müssen.


"Grundlose" Ansprüche: Liz Taylor will ihren Van Gogh behalten
DPA

"Grundlose" Ansprüche: Liz Taylor will ihren Van Gogh behalten

Los Angeles - Wie der Anwalt der Erben, John Byrne, mitteilte, sei die Klage gestern bei einem Gericht in Los Angeles eingereicht worden. Die in Südafrika und Kanada lebenden Angehörigen werfen der Schauspielerin vor, beim Kauf des Bildes "nachlässig" gehandelt und zahlreiche Alarmsignale übersehen zu haben, die darauf hinwiesen, dass die rechtmäßige Eigentümerin unter der Nazi-Herrschaft das Gemälde unfreiwillig hergeben musste.

Nach Darstellung des Erben-Anwalts sollen Kunstexperten nachgewiesen haben, dass die Berlinerin Margarete Mauthner in den dreißiger Jahren Eigentümerin des 1889 gemalten Van-Gogh-Bildes gewesen sei. Mauthner flüchtete mit ihrer Familie vor Kriegsausbruch nach Südafrika.

Schauspielerin Taylor hatte das Werk des holländischen Malers 1963 mit Hilfe ihres Vaters beim Londoner Auktionshaus Sotheby's für etwa 257.000 Dollar ersteigert. Im Mai dieses Jahres hatte sie ihrerseits bei einem kalifornischen Gericht einen Antrag gestellt, zum rechtmäßigen Eigentümer des Gemäldes erklärt zu werden. Damit wollte sie sich offenbar vor möglichen Ansprüchen der Erben der jüdischen Vorbesitzerin schützen. Die Ansprüche der Erben wies sie damals als "grundlos" zurück.

Das wertvolle Gemälde entstand im Jahr 1889 und zeigt Hospiz und Kapelle im französischen Saint-Remy, wo Van Gogh ein Jahr vor seinem Tod lebte.



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