Shanghai - Rund 21.500 Euro hatte die 31-jährige Wei Suying von dem Kaufhaus gefordert, in dem ihr Mann den Unfall hatte. Damit wollte sie unter anderem Vibratoren anschaffen. "Ich war noch nicht einmal 30 Jahre, als mein Mann den Unfall hatte, der mich meines Rechtes beraubt hat, mein Sexualleben zu genießen."
Ihr Ehemann Zhang Chengxiang war damals an seinem Arbeitsplatz im Einkaufszentrum gestolpert und mit seinen Genitalien gegen die Ecke eines Kartons mit Audioelektronik gestoßen, nachdem ihn eine von der Decke fallende Eisenstange am Kopf getroffen hatte. Seit dem Unfall im Jahr 2003 leidet er unter Erektionsstörungen.
Wie die Zeitung "Shanghai Daily" berichtet, entschied das zuständige chinesische Gericht, ein individuelles Recht auf Sex sei nicht im Gesetz enthalten. Entschädigung für seelische Schmerzen, auf die Wei ebenfalls geklagt hatte, gebe es nur, wenn der Angehörige verstorben sei. Ganz leer ist die Familie allerdings nicht ausgegangen: In einem vorherigen Prozess hatte das Einkaufszentrum ihrem Ehemann bereits rund 13.000 Euro Entschädigung gezahlt.