Gerichtsurteil Schweinefleisch-Suppenküche wird geschlossen

Nur vier Tage durfte sich eine rechtsgerichtete Gruppe in Frankreich darüber freuen, dass sie weiter Suppe an Obdachlose verteilen durfte. Nun stoppte ein Gericht die Ausgabe, weil die Zutat Schweinefleisch Muslime und Juden diskriminiere.

Hamburg - Damit begründete Richter Christian Vigouroux vom obersten Verwaltungsgericht Frankreichs das Verbot. Er bestätigte damit eine Entscheidung der Pariser Polizei, die der Gruppe Solidarité des Français die Erlaubnis zum Verteilen der Suppe verweigert hatte. Solidarité des Français verfolge ein "eindeutig diskriminierendes Ziel", erklärte Vigouroux. Noch Anfang der Woche hatte ein anderes Verwaltungsgericht den Betrieb der Suppenküche erlaubt.

Angaben auf ihrer Web-Site legten nahe, dass Bedürftige auch einen Nachtisch erhalten sollten - wer aber die Suppe verweigere, solle offenbar kein Dessert bekommen, sagte der Richter weiter. Die Ausgabe der Schweinefleisch-Suppe könne wütende Proteste Bedürftiger zur Folge haben und die öffentliche Ordnung gefährden. Ein Anwalt der Gruppe erklärte, eine solche gehaltvolle Suppe werde traditionell von den Armen verzehrt. Niemand werde zum Verzehr gezwungen.

bri/AP/Reuters