Germanwings-Absturz Staatsanwaltschaft geht bei Co-Pilot Lubitz von Angststörung aus

Andreas Lubitz, Co-Pilot der abgestürzten Germanwings-Maschine, könnte an einer Angststörung gelitten haben. Zu dieser Einschätzung kommt nach SPIEGEL-Informationen ein Psychiater, auf den sich die Staatsanwaltschaft Düsseldorf beruft.
Gedenkstätte in Le Vernet, Frankreich

Gedenkstätte in Le Vernet, Frankreich

Foto: Peter Kneffel/ dpa

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf geht davon aus, dass der Co-Pilot des Germanwings- Airbus an einer Angststörung litt. Andreas Lubitz hatte am 24. März 2015 das Flugzeug mit 150 Menschen an Bord in ein Bergmassiv in den französischen Alpen gesteuert (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Ursprünglich hatten die Ermittler angenommen, dass bei dem 27-Jährigen eine Depression mit Selbstmordgedanken zurückgekommen sei, wegen der er 2009 seine Flugausbildung unterbrechen musste. Im Beschluss zur Einstellung ihrer Ermittlungen zitiert die Staatsanwaltschaft nun die Diagnose des Psychiaters von Lubitz, der nicht an die Wiederkehr der Depression glaubt, sondern eine Angststörung feststellte . Diese kann mit Suizidabsichten verbunden sein.

Die Ermittler wollen sich aber nicht auf ein Krankheitsbild festlegen. Lubitz war in den Monaten vor der Flugkatastrophe bei zahlreichen Medizinern unterschiedlicher Fachrichtungen.

Die Eltern des Germanwings-Piloten zweifeln, dass ihr Sohn in suizidaler Absicht gehandelt hat, und widersprechen der Staatsanwaltschaft, die von seinem tödlichen Vorsatz überzeugt ist.

Bei einer Pressekonferenz in Berlin sagte Andreas Lubitz' Vater Günter, sein Sohn habe zum Zeitpunkt des Absturzes nicht an einer Depression gelitten. Kein Arzt oder Therapeut habe damals Suizidgedanken bei seinem Sohn festgestellt. Es habe auch keine Hinweise auf ein "fremdaggressives Verhalten" gegeben.

Im Video: Vater des Co-Piloten - "Er war nicht depressiv"

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Günter Lubitz sagte, die Familie müsse damit leben, dass der Sohn als "depressiver Massenmörder" dargestellt werde und als "dauerdepressiv" gelte. Andreas Lubitz habe aber seine Depression 2009 überwunden. Die festgestellten Arztbesuche 2014 und 2015 seien ausschließlich wegen seines Augenleidens nötig gewesen.

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