Absturzort in den Alpen Helfer sammeln Habseligkeiten der Germanwings-Opfer

An der Absturzstelle von Flug 4U9525 bergen Einsatzkräfte die persönlichen Gegenstände der Opfer, darunter viele Handys. Nach Ostern soll schweres Gerät für die großen Wrackteile anrücken.

Trümmer der Germanwings-Maschine: Eine Spezialfirma soll das Gelände reinigen
AFP

Trümmer der Germanwings-Maschine: Eine Spezialfirma soll das Gelände reinigen


Die Opfer sind geborgen, die Flugschreiber gefunden: Bei den Bergungsarbeiten an der Germanwings-Absturzstelle konzentrieren sich die Einsatzkräfte nun auf die Habseligkeiten der Menschen an Bord. Andere Arbeiten seien weitgehend eingestellt, berichteten französische Medien am Sonntag und beriefen sich dabei auf die Präfektur. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Marseille wurden bereits zahlreiche Handys gefunden.

In der kommenden Woche soll damit begonnen werden, große Wrackteile von der Unglücksstelle abzutransportieren. Für schweres Bergungsgerät hatten die französischen Verantwortlichen eigens einen improvisierten Weg für Geländefahrzeuge zu dem sonst nur zu Fuß oder per Hubschrauber erreichbaren Ort des Absturzes präparieren lassen. Die Lufthansa hat bereits eine Spezialfirma damit beauftragt, das Gelände nach dem Absturz zu reinigen. Auch diese Arbeiten sollen unter Aufsicht von Staatsanwaltschaft und französischen Behörden erfolgen.

Am Wochenende sind erneut Angehörige der Opfer in der Unglücksregion eingetroffen. Die meisten der 150 Getöteten stammten aus Deutschland und Spanien. Trauernde besuchten die Gedenkstätte in Le Vernet nahe dem Absturzort. Das französische Fernsehen zeigte Bilder von dem provisorischen Denkmal in dem kleinen Ort. Die Angehörigen wurden wie stets seit dem Absturz am 24. März von der Polizei abgeschirmt.

Fragen an Lufthansa-Ärzte

Bei der Identifizierung der Opfer werden den französischen Ermittlern zufolge die gefundenen DNA-Profile mit Proben von Angehörigen abgeglichen. Die Arbeit soll nach Ostern losgehen.

Inzwischen wurden neue Details im Zusammenhang mit der psychischen Erkrankung des Co-Piloten Andreas Lubitz bekannt. Das Luftfahrtbundesamt war nach eigenen Angaben nicht darüber informiert. "Es trifft nicht zu, dass das Luftfahrtbundesamt (LBA) über die medizinischen Hintergründe im Fall L. unterrichtet war", zitiert die "Welt am Sonntag" (WamS) die Behörde. Erst nach dem Absturz habe das Amt am 27. März 2015 im Aeromedical Center (AMC) der Lufthansa in Frankfurt Einsicht in Lubitz' Akten gehabt.

Der Zeitung zufolge gerät damit der medizinische Dienst der Lufthansa unter Druck. Ein Flugmediziner müsse seit April 2013 bei schweren Krankheiten wie einer Depression den Fall an das LBA verweisen. Seit diese Regelung gilt, habe es noch zwei Tauglichkeitsprüfungen gegeben - im Sommer 2013 und 2014.

ler/dpa

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