Germanwings-Absturz Zentrale Trauerfeier Ende Juli in Frankreich

Genau vier Monate nach der Germanwings-Katastrophe soll nahe dem Absturzort eine zentrale Trauerfeier für die Toten stattfinden. Die Fluglinie werde die deutschen Hinterbliebenen nach Frankreich bringen, die teilnehmen wollen.

Trauerzug mit Opfern des Germanwings-Absturzes aus Haltern (10. Juni)
AP

Trauerzug mit Opfern des Germanwings-Absturzes aus Haltern (10. Juni)

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Für die Angehörigen der Opfer des Germanwings-Absturzes in den französischen Alpen wird es Ende Juli eine zentrale Trauerfeier geben. Das Auswärtige Amt (AA) teilte den Verwandten deutscher Opfer mit, die Präfektin des Départements Alpes-de-Haute-Provence lade für den 24. Juli zu einer Gedenkfeier. Germanwings werde die Angehörigen an dem Tag nach Frankreich fliegen, wenn sie teilnehmen wollen. (Lesen Sie mehr zum Germanwings-Absturz hier im neuen SPIEGEL.)

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Mit der Gedenkfeier nahe dem Absturzort wird die forensische Arbeit der französischen Ermittler beendet. In mühsamer und psychisch belastender Arbeit hatte die Gendarmerie in den Wochen nach der Tragödie die Leichen der 150 Opfer geborgen und identifiziert. Einige Angehörige haben ihre Verwandten bereits beerdigt, am Freitag reiste die Familie eines iranischen Opfers an die Absturzstelle und beerdigte den jungen Sportreporter.

Insgesamt habe die Polizei in den Bergen 6000 Leichenteile gefunden, berichtete der Forensiker Francois Daoust vor einigen Wochen. Rund die Hälfte davon war nicht mehr zu identifizieren. Diese Überreste sollen nun in einem anonymen Grab in Le Vernet, einem kleinen Ort nahe der Absturzstelle, bei der zentralen Trauerfeier beerdigt werden. Ein Gedenkstein soll an die Verstorbenen erinnern.

Am 24. März hatte Andreas Lubitz, der Co-Pilot des Germanwings-Flugs 4U9525 von Barcelona nach Düsseldorf, kurz nach dem Start die Cockpit-Tür verriegelt und die Maschine auf Absturzkurs gebracht. Die Ermittler gehen von einem Suizid des Piloten aus, da er fürchtete, sein Augenlicht und damit seine Lizenz zu verlieren. In den Wochen vor der Tat, so die Ermittler, habe sich bei Lubitz eine "handfeste Psychose" entwickelt.

In den vergangenen Tagen sorgte das Angebot der Lufthansa-Tochter Germanwings für erhebliche Aufregung, die deutschen Hinterbliebenen mit 25.000 Euro Schmerzensgeld zu entschädigen. Mehrere Anwälte kritisierten den niedrigen Betrag und kündigten Klagen gegen Lufthansa im Ausland an.

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