Gerüchte um "Bachelor" Geheimverträge und eine versetzte Braut

Die RTL-Brautschau "Bachelor" sorgt für neuen Ärger. Geheimverträge mit den Kandidatinnen sollen verhindern, dass die Frauen über die Produktionsbedingungen plaudern. Und die Siegerin Juliane soll den auswählenden Schönling Marcel seit Ende der Sendung nicht mehr gesehen haben.


Marcel und Juliane: Der "Bachelor" mit seiner Auserwählten
DPA/ RTL

Marcel und Juliane: Der "Bachelor" mit seiner Auserwählten

Berlin - Die Geheimverträge würden die Kandidatinnen der Sendung verpflichten, kein Wort über die Zeit in der französischen Villa des "Bachelor" zu verlieren, in der die Show aufgezeichnet wurde, berichtet die "Bild"-Zeitung. Den Frauen sei der Kontakt zur Außenwelt nur über die Produktionsfirma erlaubt gewesen. Ihnen drohe eine Strafe von bis zu einer Million Euro, wenn sie über die Produktionsbedingungen berichten.

Es gebe auch das Gerücht, dass einige Frauen Laienschauspielerinnen seien, die extra für die Kuppelshow gecastet wurden, schreibt "Bild" weiter. Aus den Verträgen gehe hervor, dass jedes Bachelor-Mädchen für seine Teilnahme 3000 Euro bekommen habe. In der Kuppelshow stritten 25 Frauen um die Gunst eines Mannes. Politikerinnen hatten massive Kritik an dem von ihnen als frauenfeindlich eingestuften Format geübt.

RTL-Presseredakteur Konstantin von Stechow bestätigte gegenüber SPIEGEL ONLINE, dass es Verträge mit den Kandidatinnen gab. Darin sei unter anderem festgelegt gewesen, dass die Frauen für die Zeit der Dreharbeiten eine Aufwandsentschädigung bekommen. "Schließlich müssen die ja auch weiter ihre Miete zahlen." Über die Summe sagte von Stechow nichts, er selbst habe die Verträge nie gesehen.

Zudem hätten sich die Kandidatinnen verpflichten müssen, Stillschweigen über den Ausgang der Sendung zu bewahren. Schließlich sei die Show ja aufgezeichnet gewesen, man habe dadurch sicherstellen wollen, dass nicht schon vor Ende der Ausstrahlungen bekannt werde, wen der Bachelor auserwähle.

Die Sendung war Anfang Januar zu Ende gegangen. Junggeselle Marcel, 29, hatte die 22-jährige arbeitslose Schornsteinfegerin Juliane aus Berlin gewählt. Doch seit dem Ende der Sendung habe sie ihren Traummann, der bei einer Bank in der Schweiz arbeitet, nicht wieder gesehen, berichtet der "Berliner Kurier".

Es sei schwer, eine Beziehung zwischen Berlin und Basel aufzubauen, sagte Juliane der Zeitung. "Es wäre einfach schön, wenn wir uns endlich wieder sehen könnten", berichtet die junge Frau, die von dem Blatt in ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung im Stadtteil Pankow besucht wurde. "Marcel schreibt ab und zu eine SMS, weil das für ihn billiger ist. Manchmal telefonieren wir aber auch." In den Gesprächen berichte er von seinem Arbeitsalltag. "Verabreden für ein Wiedersehen konnten wir uns noch nicht", habe die junge Frau dem Blatt erzählt.

Ihr selbst fehle das Geld für eine Reise in die Schweiz. Aber Juliane hat noch Hoffnung auf ein Happy End: "Marcel haben meine Eltern schon gefragt, ob er nicht in Berlin arbeiten will." Aber der "Bachelor" lehnte ab. Juliane: "Ich hoffe, dass sich noch was mit uns entwickelt."



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