Gesägt, getan Ein Thron für meine Regentonnen

Benjamin Schulz

Von


Der Sommer geht, der Herbst kommt - und die Regentonnen stehen endlich auf ihrem Podest. Das ist heillos übertrieben? Klar. Ich bin trotzdem im siebten Heimwerkerhimmel.

Was ist denn plötzlich los? Habe ich beim Bäcker immer besonders freundlich gegrüßt? Habe ich Dutzenden Senioren über die Straße geholfen, ohne es zu merken? Habe ich Kätzchenrudel von Bäumen gerettet? Irgendetwas muss doch der Grund dafür sein, dass mein Heimwerkerkarma mich derzeit annehmen lässt, dass ich auch den Flughafen Berlin-Brandenburg locker im Alleingang hochziehen könnte.

Der Grund für all die Euphorie steht seit Kurzem im Garten: Das Regentonnen-Podest ist fertig. Mitte Juni hatten Sie, verehrte "Gesägt, getan"-Leser, das Podest zu meinem nächsten Projekt auserkoren. Knapp drei Monate Bauzeit später ist es vollbracht.

Wenn ich mein Werk ansehe, komme ich mir vor wie eine Figur aus einem schlechten Film, auf deren Schultern ein Engelchen und ein Teufelchen sitzen.

Das Teufelchen sagt, was User Forist cspersonal in den Kommentaren zum Fundament-Bau schrieb: "Archäologen in 2000 Jahren werden schlussfolgern, diese Struktur ist so überdimensioniert für praktische Zwecke, sie kann nur kultischen Zwecken gedient haben. I love german over-engineering: Führerbunkerzisterne."

Das Engelchen sagt: Führerbunkerzisterne? Kultische Zwecke? Genau - erfreue dich an deinem Altar des Regenwassers!

Und das tue ich. Das Podest sieht so aus, wie ich es mir vorgestellt habe. Und vor allem: Es hat alles wie geplant geklappt. Und ganz ehrlich: Ich hätte nicht gedacht, dass ich diesen Satz noch mal schreiben dürfte.

Belastungsprobe bestanden

Ich würde mich nicht scheuen, von Rissen im Beton, wackelnden Balken und schiefen Brettern zu berichten. Aber die Balken passten haargenau auf die gemauerten Säulen. Die Bretter ließen sich wunderbar auf den Balken befestigen. Die Tonnen stehen eben und sicher.

Und es war nicht mal teuer. Die Steine waren vom Hausbau übrig, die Bretter samt Metallklemmen vom Terrassenbau. Bezahlen musste ich bloß die Balken und Beton mit Mörtel.

Bislang ist der Belastungstest positiv verlaufen: Inzwischen sind die vier Behälter fast voll, Gesamtgewicht rund 1200 Kilo. Durch ihre Standhöhe lässt sich so mühelos Wasser zapfen, wie ich es mir gewünscht hatte. Und nebenbei ist das Podest auch der höchste Punkt im Garten. Ich kann den Schlauch anschließen und damit nur dank der Schwerkraft alles bewässern. Und: Bei anderer Anordnung ließe sich sogar eine fünfte Tonne aufstellen.

All das macht Lust auf mehr. Das nächste größere Projekt habe ich schon in Angriff genommen. Mehr möchte ich derzeit noch nicht verraten, nur so viel: Mit Bunkern hat die Sache nichts zu tun. Aber auch mit Wasser.

In Bildern: Wie das Projekt Regentonnen-Podest voranging

Fotostrecke

10  Bilder
Fotostrecke: Meine neue Podest-Kultur

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34 Leserkommentare
siebi 23.09.2016
IntelliGenz 23.09.2016
Flying Rain 23.09.2016
Hinrich7 23.09.2016
freudentanz 23.09.2016
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dehager 23.09.2016
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MatthiasPetersbach 23.09.2016
EinWeitererLeser 23.09.2016
MartinDet 23.09.2016
juri. 23.09.2016
garfield 23.09.2016
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