Geschmacksfrage Mehr Geld für Lakritze?

Süßigkeiten sind viel zu billig - jedenfalls für den Geschmack der Süßwaren-Industrie. Nach drei sauren Jahren hoffen die Hersteller jetzt auf den Wirtschaftsaufschwung und spielen mit dem Gedanken, die Preise anzuheben.


Köln - "Die Branche ist von Dauertiefpreisen geprägt, aber die Industrie hat großes Interesse an höheren Preisen", sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Internationale Süßwaren-Messe, Dietmar Kendziur, am Dienstag in Köln. Süßwaren würden wegen der scharfen Konkurrenzsituation zu billig verkauft.

Die niedrigen Preise drückten die Erträge und hätten 1999 zu einem weiteren Stellenabbau geführt. Nach einem Umsatzminus in den ersten drei Quartalen 1999 gehen Industrie und Handel aber für dieses Jahr von steigenden Umsätzen aus: "Wir hoffen, dass der vorhergesagte Wirtschaftsaufschwung stattfindet und dass auch die Süßwarenindustrie daran teilhaben wird. 1999 war - im dritten Jahr in Folge - ein schwieriges Jahr", sagte Kendziur.

Der Trend beim Angebot geht hin zur "funktionalen Ernährung": Genuss ohne Reue sei das erklärte Ziel, deshalb seien viele Süßigkeiten kalorienreduziert. Stark verbreitet seien Bonbons mit Vitaminen oder Kräuterauszügen, Zwieback mit Mineralstoffen und Rotwein- Lutschtabletten mit bioaktiven Substanzen.



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