131 Tote sind jünger als 22 Jahre Zahl junger Drogentoter hat sich mehr als verdoppelt

Immer mehr junge Menschen sterben laut einem Medienbericht, weil sie Drogen konsumiert haben. Die Zahl hat sich seit 2019 mehr als verdoppelt – was sogar den Bundesdrogenbeauftragten überrascht.
Immer mehr junge Drogentote: Im August starb in Köln ein 20-Jähriger bei einem illegalen Rave

Immer mehr junge Drogentote: Im August starb in Köln ein 20-Jähriger bei einem illegalen Rave

Foto: Adam Radosavljevic / YAY Images / IMAGO

Die Zahl junger Drogentoter ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen: 2021 starben 131 Menschen unter 22 Jahren durch Drogenkonsum. Das sind mehr als doppelt so viele wie 2019. Unter den Toten waren sogar drei Kinder im Alter von bis zu 13 Jahren. Das ergab eine Anfrage bei allen Bundesländern des Investigativmagazins »STRG_F« des NDR und funk . 2019 waren laut der Recherche 59 junge Menschen an Drogen gestorben, 2020 waren es 78. Der Grund für den starken Anstieg bei den jungen Toten sei unklar.

Über alle Altersgruppen hinweg starben im Jahr 2020 durch Drogen 1826 Männer und Frauen, wie aus dem jüngsten Bericht des Drogenbeauftragten der Bundesregierung hervorgeht. Auch diese Zahl steigt seit Jahren. Die Menschen sterben vor allem durch Überdosierung von Heroin und Opioid-Substitutionsmitteln.

»Diese Zahl war mir so noch nicht bekannt«

Sogar den Drogenbeauftragten Burkhard Blienert überraschten nun die Zahlen zu den jungen Toten: »Diese Zahl war mir so noch nicht bekannt«, sagte er »STRG_F«. Blienert forderte einen neuen Blick auf Suchtkranke: »Drogenkonsum darf kein Gesprächstabu bleiben, suchtkranke Menschen dürfen nicht mehr ausgegrenzt werden, Hilfe muss schneller und direkter ankommen«, sagte Blienert.

Hintergrund der Abfrage der Zahlen ist eine »STRG_F«-Recherche zu illegalen Rave-Partys . Nach solch einem Rave in einem Bunker in Köln war im August ein 20-Jähriger gestorben – offenbar an einer Überdosis. Die Todesursache ist noch nicht abschließend geklärt. Kurz nach dem Todesfall waren Gerüchte aufgekommen, dem jungen Mann sei zu spät geholfen worden, weil andere Feiernde gezögert hätten, den Notruf zu wählen.

has

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