Pferdesterben Unbekannte vergiften 17 Hengste auf Gestüt in Thüringen

Im Haflinger-Gestüt Meura herrscht Fassungslosigkeit: Auf dem Hof in Thüringen sind 17 Hengste unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen. Jetzt ermittelt die Polizei.

Haflinger laufen über eine Wiese auf dem Gestüt in Meura
AP

Haflinger laufen über eine Wiese auf dem Gestüt in Meura


Meura - Auf einem Gestüt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt sind seit dem 4. Mai mehr als ein Dutzend Hengste qualvoll an giftigen Grünschnittabfällen verendet. Am Wochenende fielen nun erneut drei Tiere dem aus Lebens- und Buchsbäumen bestehenden Futter zum Opfer. Noch ist völlig unklar, wer das Grünzeug auf die Weide im südthüringischen Gräfenthal warf - und ob die Tiere absichtlich vergiftet wurden.

Die Züchter der Haflinger sind erschüttert über den Tod der Tiere. Inzwischen sind fast alle vor einem Jahr geborenen Hengste verloren. Das Gestüt ist mit 300 Tieren einer der größten Zuchtbetriebe für die Pferderasse in Europa. Die Junghengste sollten ihren ersten Sommer auf der Weide verbringen und dann zu Reitpferden ausgebildet werden. Der wirtschaftliche Schaden sei noch gar nicht zu beziffern, sagte eine Sprecherin des Gestüts.

Die Polizei ermittelt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und Sachbeschädigung, befragt Anwohner und sucht Zeugen. "Falls sich eine Straftat ausschließen lässt, wäre die Ablagerung des Grünschnitts auf der Weide immerhin noch eine Ordnungswidrigkeit", sagte ein Polizeisprecher. Das erste tote Pferd war am 4. Mai gefunden worden.

ala/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
brille000 20.05.2014
1. Findet den/die Täter!
Es tut uns aufrichtig leid, was da passiert ist. Wir haben das Gestüt in Meura schon mal besucht und waren erfreut über das Angagement der Mitarbeiter. Nun ist durch so eine Tat vieles einfach zu nichte gemacht, mal abgesehen von Qualen der betroffenen Pferde. War es Absicht oder "nur" Unkenntnis gepaart mit dem Wunsch den Tieren etwas gutes zu tun? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man nicht in der Lage ist, im Umkreis die Leute zu ermitteln, die ihre Thuja- und Buchsbaumhecke zeitnah geschnitten haben. Mit den heute zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Methoden ist es möglich, mit einem hohen Grad an Sicherheit einen Abgleich vorzunehmen. Da sollten doch mindestens Schadensersatzansprüche bedient werden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.