Lebensmittelskandal 40 Jahre altes Fleisch in China beschlagnahmt

Chinesische Zöllner haben tonnenweise Gammelfleisch entdeckt. Die teils 40 Jahre alte Tiefkühlware soll einen Marktwert von umgerechnet 430 Millionen Euro gehabt haben. 130 Menschen wurden festgenommen.

Chinesische Behörden haben mehr als 100.000 Tonnen Gammelfleisch beschlagnahmt. Das Fleisch von Hühnern, Rindern und Schweinen soll zum Teil über 40 Jahre alt gewesen sein, schreibt die staatliche Zeitung "China Daily" .

Bei Razzien im ganzen Land stießen Zöllner in den vergangenen Wochen auf die teils verrottete Ware, die im Verkauf umgerechnet 430 Millionen Euro (3 Milliarden Yuan) eingebracht hätte. "Es hat gestunken und ich habe mich beinahe übergeben", sagte ein Ermittler in der Provinz Hunan.

Landesweit sind laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua im Zusammenhang mit dem Fleischskandal Anfang Juni 130 Menschen festgenommen worden. Mindestens 14 Schmugglerbanden wurden zerschlagen.

Schmuggler kaufen das Fleisch dem Bericht zufolge billig im Ausland und bringen es über Hongkong und Vietnam illegal nach China. Um Kosten zu sparen, benutzen sie für den Transport über die Grenze oft gewöhnliche Wagen ohne Kühlaggregate, sodass das Fleisch schnell verdirbt.

In China hat es zuletzt immer wieder Skandale um verdorbene oder verunreinigte Lebensmittel gegeben. McDonald's strich wegen Problemen mit Gammelfleisch 2014 Bic Macs von chinesischen Speisekarten der Fast-Food-Kette. 2008 starben in dem Land mindestens sechs Kleinkinder, nachdem sie mit Melamin belastete Milch getrunken hatten. Im April traten laut Nachrichtenagentur AFP strengere Regeln für den Umgang mit Lebensmitteln in Kraft.

apr/dpa/AFP