Satzungsänderung Aachener Karnevalsverein nimmt jetzt auch Frauen auf

Besser spät als nie: 160 Jahre nach Gründung haben die Männer des Aachener Karnevalsvereins jetzt eine historische Entscheidung getroffen. Auch Frauen dürfen nun Mitglied werden.

Karnevalskappe des Aachener Karnevalsvereins
Henning Kaiser/ DPA

Karnevalskappe des Aachener Karnevalsvereins


Bundesweit bekannt ist der Aachener Karnevalsverein (AKV) für die Verleihung des "Ordens wider den tierischen Ernst". Bisher durften dort nur Männer Mitglied sein - doch diese Domäne ist jetzt gefallen.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung beschloss am Montagabend mit einer Mehrheit von 80 Prozent, dass ab jetzt Frauen beitreten können. "Das ist ein tolles Ergebnis", sagte AKV-Präsident Werner Pfeil.

Zur Durchsetzung der Maßnahme musste eine Satzungsänderung vorgenommen werden. Ursprünglich hieß es: "Mitglied des Vereins kann jede unbescholtene männliche Person werden, die das 18. Lebensjahr vollendet hat." Jetzt wurde das Wort "männliche" gestrichen.

"Nicht mehr zeitgemäß"

Auslöser für den Öffnungsprozess war wohl auch eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs im Jahr 2017: Demnach war eine Freimaurerloge, die Frauen von der Mitgliedschaft ausgeschlossen hatte, nicht gemeinnützig. "Das spielte bei der jetzigen Entscheidung der Mitglieder aber keine Rolle", sagte Pfeil: Vielmehr sei der Ausschluss von Frauen nicht mehr als zeitgemäß gesehen worden.

Der "Orden wider den tierischen Ernst" wird seit 1950 verliehen. Es brauchte 38 Jahre, bis er erstmals an eine Frau gegeben wurde: 1988 wurde die Literaturprofessorin Gertrud Höhler erste Ordensritterin. Dass das so lange gedauert hatte, soll aber nicht an dem Verein gelegen haben, sondern an der damals rein männlichen Ordensritterrunde, wie ein ehemaliger AKV-Präsident sagte. Die hätten dort keine Frau haben wollen.

ala/dpa



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