Wrackfund in Sahara Neffe des Piloten will Leiche nach Hause holen

Im Zweiten Weltkrieg stürzte die Curtiss P-40 Kittyhawk über der Sahara ab. Jetzt wurde das Wrack in bemerkenswert gutem Zustand gefunden. Eine Analyse soll Aufschluss geben über die letzten Minuten im Leben des Piloten - des damals 24-jährigen Dennis Copping.


London - Niemand glaubte daran, dass der verschwundene Sergeant noch Verwandte habe. Doch jetzt meldete sich der britischen "Times" zufolge ein Neffe des Piloten zu Wort. Er hoffe inständig, die Leiche seines Onkels werde gefunden und könne nach Großbritannien gebracht werden, sagte William Pryor-Bennett.

Seine Mutter habe ihm viel über ihren "lieben kleinen Bruder" erzählt, der seit 1942 als vermisst galt. "Die Entdeckung der Maschine meines Onkels war ein Schock, heftiger als ich dachte nach all der Zeit", so der 62-Jährige. Die Chancen, die Leiche zu bergen, stehen allerdings schlecht.

Ersten Einschätzungen von Experten zufolge soll der Pilot den Crash überlebt haben. Neben der Maschine habe man einen zum Sonnensegel umfunktionierten Fallschirm gefunden, hieß es. Man geht nun davon aus, dass Copping irgendwann losmarschierte und den Tod in der Wüste fand. Das Gebiet, in dem man nach der Leiche suchen müsste, ist riesig.

Vor wenigen Tagen wurde das Wrack eines Flugzeugs des Typs Curtiss P-40 "Kittyhawk" rund 200 Kilometer von der nächsten Siedlung entfernt in der Sahara gefunden. Ein polnischer Angestellter einer Ölgesellschaft, Jakub Perka, stieß auf das Wrack.

Ein spektakuläres Ereignis, schwärmen britische Militärhistoriker, denn die Maschine ist trotz der 70 Jahre in Sand und Hitze außerordentlich gut erhalten. Selbst die meisten Cockpit-Instrumente sollen noch intakt sein, meldete der britische "Telegraph".

Der Flieger stürzte den Berichten zufolge im Juni 1942 ab. Bei dem Piloten soll es sich um den damals 24 Jahre alten Dennis Copping handeln. Seine Einheit kämpfte in Ägypten gegen den "Wüstenfuchs" Erwin Rommel. Michael Creane vom Royal Air Force Museum in London sagte NBC News, es grenze an ein Wunder, dass die Maschine in all den Jahren nicht unter dem Sand begraben wurde. Man werde alle Hebel in Bewegung setzten um das Flugzeug nach Hause zu bringen, auch wenn dies schwierig werden könne.

ala



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