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12. Juni 2016, 15:58 Uhr

Österreich

Innenminister plädiert für Abriss von Hitlers Geburtshaus

Nach jahrelangem Streit will Österreich das Geburtshaus Adolf Hitlers konfiszieren. Der Innenminister würde am liebsten noch weiter gehen: Ein Abriss wäre "die sauberste Lösung".

Seit fünf Jahren steht es leer und ungenutzt im Stadtzentrum von Braunau, nun diskutiert ganz Österreich über das Geburtshaus Adolf Hitlers. Der jüngste Vorstoß kommt von Innenminister Wolfgang Sobotka: Der Politiker der konservativen ÖVP plädiert für einen Abriss des Gebäudes an der deutsch-österreichischen Grenze. "Für mich wäre ein Schleifen", so Sobotka im ORF, "die sauberste Lösung."

Das Haus mit der Adresse Salzburger Vorstadt 15, Ecke Schmiedgasse, befindet sich seit den Fünfzigerjahren in Privatbesitz. Die Regierung prüft derzeit den Entwurf für ein Enteignungsgesetz, das dem SPIEGEL vorliegt. Bislang war stets von einer angemessenen Nutzung des Eckhauses die Rede, nicht von einem Abriss.

Sobotkas Sprecherin sagte nun der Nachrichtenagentur APA, dass der Minister lediglich seine persönliche Meinung kundgetan habe. Es müsse geprüft werden, ob ein Abriss rechtlich umsetzbar sei.

Das Innenministerium ist seit 1972 Mieterin des Gebäudes. Mit der geplanten Enteignung will die Regierung verhindern, dass das Haus zu einer Pilgerstätte für Menschen mit nationalsozialistischem Gedankengut wird. "Um dem vorzubeugen und es endlich aus der Welt zu schaffen, ist es notwendig, dieses Haus zu enteignen", sagte Sobotka dem ORF.

mxw/dpa

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