Wandel von Stieffamilien Deutlich mehr Adoptionen von Säuglingen und Kleinkindern

Insgesamt sind die Adoptionen in Deutschland rückläufig: Aber Stiefmütter und Stiefväter adoptieren häufiger Kinder bis drei Jahre ihres neuen Partners oder ihrer neuen Partnerin.
Baby (Symbolbild): Binnen zehn Jahren stieg die Zahl der von Stiefeltern adoptierten Säuglinge nahezu um das Dreizehnfache

Baby (Symbolbild): Binnen zehn Jahren stieg die Zahl der von Stiefeltern adoptierten Säuglinge nahezu um das Dreizehnfache

Foto: Alvaro Sanchez / imago images / Addictive Stock

In Deutschland adoptieren mehr Menschen Säuglinge und Kleinkinder. Im Vergleich der Jahre 2010 und 2020 stieg der Anteil der adoptierten Kinder im Säuglings- und Kleinkindalter von unter drei Jahren von knapp einem Drittel (32 Prozent) auf knapp die Hälfte (48 Prozent) aller adoptierten Kinder, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. 

Die Entwicklung liegt den Statistikern zufolge in einem Wandel in Stieffamilien begründet. Stiefmütter und Stiefväter würden inzwischen deutlich häufiger die Kinder ihres neuen Partners oder ihrer neuen Partnerin adoptieren, wenn diese noch im Säuglings- oder Kleinkindalter seien. Im Jahr 2010 seien nur 203 Adoptivkinder im Alter von unter drei Jahren von Stiefeltern angenommen worden, diese Zahl sei bis zum vergangenen Jahr auf 933 Kinder gestiegen.

Besonders auffällig sei der Wandel bei Säuglingen. Binnen zehn Jahren stieg die Zahl der von Stiefeltern adoptierten Säuglinge nahezu um das Dreizehnfache von 38 Säuglingen auf 489 Säuglinge. Mittlerweile machen unter allen Adoptionen Stiefkindadoptionen zwei Drittel aus.

Im Jahr 2020 wurden insgesamt 3774 Kinder in Deutschland adoptiert. Auch wenn es zuletzt wieder einen minimalen Anstieg gegeben hat, geht die Gesamtzahl der Adoptionen – mit Schwankungen – seit vielen Jahren deutlich zurück. So wurden der Statistik zufolge im Jahr 2000 noch mehr als 6000 Kinder adoptiert. Ein Grund für den generellen Rückgang seien auch Fortschritte in der Reproduktionsmedizin, hieß es.

Eine immer geringere Rolle spielen internationale Adoptionen, nur noch 116 Kinder wurden vergangenes Jahr aus dem Ausland nach Deutschland adoptiert. Im Vergleich zum Jahr 2010 sei dies ein Rückgang um 75 Prozent, erklärte das Statistische Bundesamt. Von den 116 Kindern stammten 47 aus Asien, 25 aus Europa, 25 aus Amerika und 19 aus Afrika oder der übrigen Welt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es fälschlicherweise, 2020 seien 4021 Kinder adoptiert worden. Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch um den Wert von 2010. Wir haben den Fehler korrigiert.

kha/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.