Familien Interesse an Adoptionen geht zurück

Immer weniger Menschen in Deutschland wollen Kinder adoptieren: 2011 registrierten Vermittlungsstellen bei Bewerbungen ein Minus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr - Tiefstand seit der Wiedervereinigung. Die Zahl der Adoptionen ist unterdessen leicht gestiegen.

Ehepaar mit zwei Kindern: 5957 Bewerbungen von Eltern für Adoptionen
DPA

Ehepaar mit zwei Kindern: 5957 Bewerbungen von Eltern für Adoptionen


Wiesbaden - Die Zahl der Eltern, die sich in Deutschland um die Adoption eines Kindes bemühen, ist deutlich zurückgegangen. 5957 Bewerbungen lagen Ende 2011 in den Vermittlungsstellen vor - neun Prozent weniger als im Vorjahr und damit so wenig wie nie seit der Wiedervereinigung. Rein rechnerisch kamen damit etwa sieben Bewerber auf einen zur Adoption vorgemerkten Minderjährigen.

Parallel ging laut Statistischem Bundesamt auch die Zahl der für eine Adoption vorgemerkten Kinder und Jugendlichen zurück. Insgesamt 859 waren Ende 2011 registriert - ebenfalls neun Prozent weniger als vor einem Jahr.

Insgesamt ist die Zahl der Adoptionen in Deutschland im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sie sich laut Statistischem Bundesamt um etwa ein Prozent auf 4060. Damit habe sich die Zahl der Adoptionen stabilisiert, nachdem sie zwischen 1994 und 2009 stetig gesunken sei, teilten die Statistiker mit.

In mehr als der Hälfte der Fälle, nämlich in 2266, wurden die Kinder von Stiefeltern adoptiert, also einem neuen Partner eines leiblichen Elternteils. Weitere 104 Kinder wurden von Verwandten adoptiert, 1690 Kindern von nicht verwandten Personen. Ein Drittel der 2011 adoptierten Kinder war jünger als drei Jahre.

siu/dpa/dapd



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