Absturz in Äthiopien An Bord der verunglückten Boeing waren fünf Deutsche

Der Pilot der Boeing, die in Äthiopien abgestürzt ist, hatte kurz zuvor Probleme gemeldet. Unter den Opfern waren auch Deutsche. Es ist das zweite Unglück einer Maschine des neuen Modells 737 MAX 8 binnen fünf Monaten.

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In dem Flugzeug, das am Sonntag von Addis Abeba nach Nairobi fliegen sollte und kurz nach dem Start verunglückte, saßen fünf Deutsche. Das geht aus einer Aufstellung hervor, die Ethiopian Airlines auf Twitter veröffentlichte. Unter den Opfern waren demnach Menschen aus 35 Ländern, unter anderem auch aus Österreich, Kanada, Russland, Schweden und Spanien.

Das Auswärtige Amt in Berlin ging am Sonntagabend davon aus, dass Deutsche bei dem Unglück gestorben sind. Man stehe mit der Airline und den äthiopischen Behörden in Kontakt, um schnellstmöglich gesicherte Informationen zu erhalten, teilte das Ministerium mit, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur dpa berichtet, das Auswärtige Amt habe bestätigt, dass es deutsche Opfer gebe.

An Bord der Boeing 737 saßen 149 Passagiere und 8 Crew-Mitglieder. Alle kamen ums Leben. Die Maschine stürzte nahe der Stadt Bishoftu ab, etwa 50 Kilometer südöstlich der äthiopischen Hauptstadt. Die Unglücksursache ist noch unklar.

Kurz nach Abflug habe der erfahrene Pilot einen Notruf abgesetzt und daraufhin die Freigabe zur Rückkehr nach Addis Abeba erhalten, sagte der CEO der Fluggesellschaft, Tewolde Gebremariam. Der Funkkontakt zur Maschine war daraufhin abgebrochen.

Der Pilot hatte seit 2010 für die Fluggesellschaft gearbeitet. Das Flugzeug war zuletzt am 4. Februar gewartet worden. Seit dem Kauf des Flugzeuges Ende letzten Jahres war es rund 1200 Stunden im Einsatz. Am Morgen war die Maschine aus Johannesburg gekommen.

Neue Boeing des Typs 737 MAX 8

Die Maschine war eine neue Boeing des Typs 737 MAX 8. Die Fluggesellschaft hatte das Flugzeug nach eigenen Angaben im vergangenen November erworben.

Es ist bereits der zweite Absturz einer Maschine dieses Modells binnen fünf Monaten. Am 29. Oktober 2018 war ein Jet von Lion Air kurz nach dem Start in Jakarta ins Meer gestürzt. Einem vorläufigen Untersuchungsbericht zufolge hatten die Piloten immer wieder versucht, einen automatisch eingeleiteten Sinkflug abzufangen und den Jet nach oben zu ziehen.

Der Bericht der indonesischen Behörden hatte auch ergeben, dass das Flugzeug wegen gravierender technischer Mängel nicht hätte starten dürfen. Die Maschine hatte demnach Probleme mit den Geschwindigkeitsmessern und den AOA-Sensoren, die Daten zum Auftrieb eines Flugzeugs liefern.

Die Boeing 737 ist das meistverkaufte Verkehrsflugzeug weltweit, die 737 MAX ist das neueste Modell. Vor zwei Jahren hatte der US-Flugzeugbauer die ersten Maschinen der Version MAX 8 mit besonders spritsparenden Motoren ausgeliefert. Bis Ende Januar wurden 5011 Maschinen bei Boeing bestellt, 350 davon sind bereits ausgeliefert.

lov/AFP/AP/dpa/Reuters

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