Kirchen gegen AfD-Parteitag "Unser Kreuz hat keine Haken"

Die christlichen Kirchen rufen zum Protest gegen den AfD-Parteitag am Wochenende in Köln auf. Sie wollen Flagge zeigen - gegen "Hass, Polarisierung und gegenseitige Abwertung als Mittel von Politik".
Kölner Dom (Archiv)

Kölner Dom (Archiv)

Foto: Federico Gambarini/ picture alliance / dpa

Sie machen ihre Botschaft mit klaren Worten deutlich: Unter dem Motto "Unser Kreuz hat keine Haken" rufen die christlichen Kirchen zur Beteiligung an friedlichen Protesten gegen den AfD-Parteitag in Köln am kommenden Wochenende auf.

"Wir lehnen Hass, Polarisierung und gegenseitige Abwertung als Mittel von Politik und gesellschaftlichem Diskurs entschieden ab", sagte der katholische Kölner Stadtdechant Robert Kleine. "Wir wenden uns dagegen, Sorgen und Ängste von Menschen - gleich welcher Herkunft, Nationalität und Religion - gegeneinander auszuspielen."

Zusammen mit einem breiten Bündnis von Protestgruppen wollen die Kirchenvertreter sich am Samstag an einer Kundgebung und einer anschließenden Demonstration durch die Innenstadt beteiligen. "Nächstenliebe und Fremdenliebe sind kein Gutmenschentum", sagte der evangelische Stadtsuperintendent Rolf Domning.

Zehntausende Demonstranten erwartet

Es sei wichtig, dass die Kirche hier Flagge zeige und ihre Haltung nach außen hin deutlich mache, so Domning. Jegliche Gewalt bei den Protestaktionen sei abzulehnen, betonten die Kirchenvertreter.

Bereits am Freitagabend ist in einer Kirche in der Nähe des AfD-Tagungshotels ein "Politisches Nachtgebet" geplant. Am Sonntag soll es zudem kleinere Mahnwachen geben.

Die Polizei erwartet insgesamt mehr als 50.000 Demonstranten. Auf ihrem zweitägigen Parteitag will die AfD unter anderem ein Wahlprogramm für die Bundestagswahl verabschieden. Außerdem soll über die Spitzenkandidatur entschieden werden.

wit/dpa
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