Nach Räumungsaufforderung »Querdenker« haben Schule in Ahrweiler verlassen

Eine Gruppe »Querdenker« hat ihr Lager in einer Grundschule im Flutgebiet in Rheinland-Pfalz verlassen. Ganz freiwillig zogen sie sich jedoch offenbar nicht zurück.
Hinweise auf die Aktivitäten in der Aloisiusschule in Ahrweiler

Hinweise auf die Aktivitäten in der Aloisiusschule in Ahrweiler

Foto: Armin Himmelrath / DER SPIEGEL

Sogenannte Querdenker, die sich als harmlose Helfer ausgaben, quartierten sich während der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz in der Aloisiusschule in Ahrweiler ein. Nun hat die Gruppe das Gebäude nach Angaben der Polizei verlassen. Zuvor seien sie von der Stadtverwaltung zur Räumung aufgefordert worden.

Das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung hatte das sogenannte Familienzentrum vor einer Woche schließen lassen. Es war von dem Verein »Initiative Eltern stehen auf« betrieben worden. Er wird dem »Querdenken«-Umfeld zugerechnet – was der Verein allerdings bestreitet.

Als Grund für die Schließung gab das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung eine im Raum stehende Kindeswohlgefährdung an. Laut Landesamt-Präsident Detlef Placzek herrschten in dem Zentrum »schlechte Bedingungen«. So habe es weder Strom noch Wasser gegeben. Zudem befinde sich öliger Schlamm auf den Fluren. Grund für die Schließung sei insbesondere die Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Zudem seien die Kinder ohne Erlaubnis dort betreut worden.

Polizei und Verfassungsschutz hätten das Wirken der »Querdenker« seit Beginn der Flutkatastrophe genau beobachtet, sagte der Koblenzer Polizeivizepräsident Jürgen Süs. »Unter dem Deckmantel der Hilfsbereitschaft wurde hier verschwörerisches Gedankengut verbreitet und die Maßnahmen der Hilfs- und Rettungsdienste und der Polizei diskreditiert.«

Dies habe Ängste und Sorgen in der Bevölkerung erhöht. »Auch nach dem Abzug der ›Querdenker‹ aus der Schule werden wir ihre Aktivitäten weiterhin aufmerksam beobachten.«

bbr/dpa/AFP
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