Air-Asia-Absturz Opfer soll Schwimmweste getragen haben

Wie verlief der Absturz des Air-Asia-Jets? Noch wurde kein Flugschreiber geborgen - doch Leichenfunde lassen erste Rückschlüsse zu: Mindestens ein Opfer soll mit Schwimmweste geborgen worden sein.


Jakarta - Schwere See verhindert weiter eine konzentrierte Bergungsaktion nach dem Absturz des Air-Asia-Flugs QZ8501. Das Wrack des Jets scheint zwar per Sonar lokalisiert - doch bei Sturm und meterhohen Wellen können die Taucher nicht ins Wasser. Deshalb dürfte es wohl auch noch etwas dauern, bis der Flugschreiber des Airbus A320 geborgen werden kann.

Vorerst deuten also nur Indizien an, was in den letzten Minuten des Flugs vom indonesischen Surabaya nach Singapur passiert sein könnte. Hinweise gibt vor allem der Auffindezustand der Opfer. Bisher sind erst sieben Leichen aus der Javasee geborgen worden.

"Eines der Opfer trug eine Schwimmweste", erklärte Tatang Zaenudin von den Rettungsbehörden. Entsprechend müsste diese Person Zeit gehabt haben, die Weste anzulegen. Entweder vor oder nach dem Aufprall auf das Wasser. Dies deckt sich mit den ersten Einschätzungen von Experten, die wegen des Zustands der ersten entdeckten Trümmerteile nicht von einer Explosion des Flugzeugs in der Luft ausgehen.

Allerdings setzte der Pilot des Flugzeugs vor dem Aufprall kein Notsignal ab. In seinem letzten Funkspruch hatte der Pilot gesagt, er wolle einem Sturm ausweichen. Seine Bitte um eine höhere Flugroute lehnte die Flugkontrolle ab, weil dort bereits andere Maschinen unterwegs waren. "Zwei bis drei Minuten später, als der Fluglotse die Genehmigung zum Aufsteigen auf 34.000 Fuß erteilen wollte, antworte das Flugzeug nicht mehr", sagte Winsu Darjono von der indonesischen Flugkontrolle.

In der Region herrscht derzeit Monsunsaison, die Maschine durchflog zum Zeitpunkt des Unglücks ein Gebiet mit mehreren starken Gewitterzellen.

Flog der Jet zu langsam?

Eine weitere Theorie, basierend vor allem auf Radardaten aus Malaysia, besagt, dass der Airbus zu langsam aufgestiegen sein könnte. In einem solchen Fall kann es zu einem Strömungsabriss kommen. Dabei verliert ein Flugzeug schlagartig an Auftrieb. Reagiert der Pilot nicht rasch und korrekt, folgt der Absturz.

Ermittler prüfen nun, ob das Ersuchen oder die Erlaubnis für einen Wechsel auf eine größere Flughöhe möglicherweise zu spät kam. Allerdings spricht die lange Erfahrung des Piloten (6100 Flugstunden) tendenziell eher gegen einen Fehler der Crew. Auch die Maschine war erst im November gründlich gewartet worden und in gutem Zustand, so die Airline.

Für die vielen Hinterbliebenen bleibt bei allen Spekulationen über die finalen Minuten des Fluges wohl nur eines: Warten auf die Ergebnisse des Flugschreibers.

SPIEGEL ONLINE

jok/Reuters

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Seite 1
farbraum 31.12.2014
1.
Ist mit "Airline" die Fluggesellschaft gemeint? Und wieso nutzt man dann nicht das indonesische Wort als Alternative, das würde in diesem Artikel zumindest besser passen.
ein-berliner 31.12.2014
2. Warum nur?
Warum kann man nicht einmal Ruhe geben und erst abwarten bis alle Daten auf dem Tisch liegen?
brei_nach_liebe 31.12.2014
3.
Naja, ein Strömungsabriss auf 33.000 Fuß lässt sich noch ausbalancieren. Ist eher unwahrscheinlich, da es ja besonders im A320 verschiedene Sicherheitsmerkmale gibt, die eben das verhindern.
busytraveller 31.12.2014
4. Echt?
Zitat von brei_nach_liebeNaja, ein Strömungsabriss auf 33.000 Fuß lässt sich noch ausbalancieren. Ist eher unwahrscheinlich, da es ja besonders im A320 verschiedene Sicherheitsmerkmale gibt, die eben das verhindern.
Ein Überziehen in sehr großer Höhe und dementsprechend dünner Luft gehört zu den gefährlichsten Flugzuständen und kann zu einem unrettbaren Flugzustand führen. Richtig hingegen ist die Anmerkung, dass das Flugzeug Sicherheitseinrichtungen hat, die davor warnen.
melchiorix 31.12.2014
5.
Liebe Kommentatoren! Mich erschreckt vor allem, dass ohne jede Kenntnis bereits jetzt dumme Kommentare abgegeben werden, was so ein Airbus leisten kann und was nicht, immerhin gelang es der betreffenden Person die Flughöhe der Meter in Fuß umzurechnen. Da liegen tote Menschen, Frauen und Kinder im Meer! Schlimm ist aber diesen Nonsens lesen zu müssen, man könne einen Strömungsabriss "ausbalancieren". Da gibt es physikalisch und strömungsmechanisch nichts zu balancieren denn man fällt wie ein Stein vom Himmel, nicht mehr und nicht weniger. Und ein Flugzeug leistet im Ernstfall wesentlich mehr als dem Normalbürger bewußt ist. Alle Piloten beherrschen mittlerweile jedoch das Procedere nach einem Strömungsabriss aus den entspr. Stellgrößen u. Schub, natürlich braucht man dafür Raum, was einer Maschine in großen Höhen zugute kommt. War es ein technischer Defekt? Ein Pilotenfehler? Sabotage? Eine Verkettung aus allem? Ein Flugzeug fällt selten einfach so vom Himmel. Lasst uns einfach alle Daten abwarten, denn die Angehörigen wollen wissen, was passiert ist, um abschließen zu können. Die interessiert nicht Fachsimpelei, die man aus der Zeitung oder Google gelernt hat. Das ist pietätlos, denn es geht um Menschenleben und jeder Unfall kann, darf aber in der selben Art nicht zweimal passiert; und vielleicht wird man aus den Ergebnissen lernen können. Anmerkung: Wie gut dass die Cockpittüren während eines Fluges seit langem verschlossen bleiben sonst würden im Fall der Fälle womöglich noch Passagiere nach vorne hangeln, das Cockpit stürmen um den Piloten darüber aufzuklären, dass ein Strömungsabriss vorliege und wie er das am besten "ausbalancieren" solle. Die Schwimmwesten haben sie dann natürlich währenddessen McGiver mäßig bereits angezogen, damit sie nicht mal mehr zur Türe gelangen. Sorry das ist zum "Kotzen!"
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