Air-Asia-Unglück Passagiermaschine ging vor Absturz in Steigflug

Neue Ermittlungen zum Air-Asia-Flug QZ8501 zeigen: Die Maschine ist kurz vor dem Absturz rasant gestiegen. Das können sonst nur Kampfjets, sagt der indonesische Verkehrsminister.

Wrack der Air-Asia-Maschine: Steigflug kurz vor dem Absturz
AFP

Wrack der Air-Asia-Maschine: Steigflug kurz vor dem Absturz


Jakarta - Das mit 162 Menschen an Bord verunglückte Air-Asia-Passagierflugzeug ist kurz vor dem Absturz in einen ungewöhnlich rasanten Steigflug gegangen. Das teilte der indonesische Verkehrsminister Ignasius Jonan unter Berufung auf Radaraufzeichnungen mit. "In den letzten Minuten stieg die Maschine mit einer Geschwindigkeit über normal", sagte der Minister. Dann sei der Steigflug plötzlich "abgerissen".

In einer Parlamentsanhörung hatte Jonan ausgeführt, dass der Airbus A320 kurz vor dem Absturz um 1800 Meter pro Minute aufgestiegen sei. Nur Kampfjets könnten das, sagte der Minister. Für eine Passagiermaschine sei das sehr ungewöhnlich. Was den Steigflug ausgelöst haben könnte, sagte Jonan nicht.

Bei den Untersuchungen zu dem Absturz gehen die Ermittler inzwischen einem möglichen Pilotenfehler oder einem technischen Defekt als wahrscheinlichsten Ursachen nach. Die "Möglichkeit eines Flugzeugschadens und menschliche Faktoren" stünden im Fokus der Untersuchung, sagte Nurcahyo Utomo vom Verkehrssicherheitskomitee. Ein Terroranschlag wurde bereits ausgeschlossen. Auf dem Stimmenrekorder seien "keine andere Person und keine Explosion" zu hören gewesen.

Zur Zeit des Unglücks am 28. Dezember gab es auf der Flugroute von Surabaya auf der Insel Java nach Singapur ein Unwetter. Nach Angaben der indonesischen Behörden bat der Pilot die Flugsicherung darum, in größere Höhe aufsteigen zu dürfen. Wegen starken Flugverkehrs erhielt er zunächst keine Erlaubnis. Wenige Minuten später darauf brach der Kontakt zum Cockpit ab. Das schlechte Wetter wurde von der indonesischen Wetterbehörde als ein möglicher Faktor ins Feld geführt - obwohl andere Flugzeuge die Region problemlos passierten.

Bislang wurden mindestens 51 Leichen geborgen. Experten vermuten, dass sich die meisten Opfer noch in der Passagierkabine befinden. Diese wurde zwar inzwischen gesichtet, konnte wegen des hohen Wellengangs aber noch nicht geborgen werden.

kis/AFP/AP

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